PfadnavigationHomePolitikAuslandVor Putin-TreffenEuropäische Staaten unterbreiten Ukraine-Vorschlag – und warnen Trump vor AlleingangVeröffentlicht am 10.08.2025Lesedauer: 3 MinutenKreml-Chef Wladimir Putin lehnte ein direktes Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj bisher zwar ab. Nun erwägt die US-Regierung laut Berichten, den ukrainischen Präsidenten zu einem Dreier-Gipfel in Alaska einzuladen.US-Präsident Trump will in wenigen Tagen mit Kremlchef Putin über die Zukunft der Ukraine verhandeln. Eine Teilnahme des ukrainischen Präsidenten ist nach mehreren Medienberichten noch offen – wird demnach aber nachrangig behandelt. Die europäischen Verbündeten stärken Kiew derweil den Rücken.Vor dem geplanten Treffen von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin haben die ukrainische Führung und ihre europäischen Verbündeten die Grenzen ihrer Kompromissbereitschaft betont. Internationale Grenzen dürften nicht gewaltsam verändert werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Großbritannien, Finnland und der EU-Kommission. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte Gebietsabtretungen an Russland erneut ab und fordert vehement, in Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine einbezogen zu werden.Sinnvolle Verhandlungen seien nur „im Rahmen eines Waffenstillstands oder einer Verringerung der Feindseligkeiten“ möglich, bekräftigten die Europäer. Der derzeitige Frontverlauf könne lediglich „Ausgangspunkt für Verhandlungen sein“. Außerdem brauche die Ukraine robuste und glaubwürdige Sicherheitsgarantien. „Die Ukraine hat die Freiheit, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden“, hieß es in der Erklärung. Selenskyj bezeichnete den Verlauf des Treffens als konstruktiv. „Alle unsere Argumente wurden gehört“, so der ukrainische Präsident im Anschluss. Das weiße Haus meldete am späten Samstagabend, dass US-Präsident Trump zwar offen ist für ein Dreier-Gipfeltreffen mit Putin und Selenskyj – vorerst aber plane man „das von Präsident Putin gewünschte bilaterale Treffen“, so ein Sprecher.Der US-Sender CNN meldete mit Bezug auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass alles, was Selenskyj betreffe, wahrscheinlich nach dem Treffen zwischen Trump und Putin stattfinden werde. Der Gipfel wurde schnell organisiert, und die Details sind bisher nicht endgültig festgelegt. Der genaue Ort wurde noch nicht bekannt gegeben.Trump für GebietsabtretungenTrump und Putin haben für den 15. August ein Gipfeltreffen in Alaska vereinbart. Der US-Präsident will dann ein Friedensabkommen besiegeln, das Gebietsabtretungen der Ukraine vorsieht. Selenskyj lehnt dies kategorisch ab. Die Ukrainer würden kein Land den Besatzern überlassen, erklärte Selenskyj. „Es wird einen Tausch von Territorien geben, der für beide Seiten von Vorteil ist“, hatte Trump am Freitag gesagt. Nach seinen Worten stehen die Ukraine und Russland kurz vor einer Waffenstillstandsvereinbarung. Russland bestätigte das Gipfeltreffen von Trump mit Putin, machte aber keine Angaben zu einem möglichen Abkommen zur Beendigung der Kämpfe. Beide Präsidenten würden sich darauf konzentrieren, Optionen für eine „langfristige friedliche Lösung der Ukraine-Krise“ zu erörtern, erklärte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow in Moskau.Selenskyj hat zwischenzeitlich eine Teilnahme Kiews an Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges gefordert. „Der Weg zum Frieden für die Ukraine muss gemeinsam und nur gemeinsam mit der Ukraine bestimmt werden, das ist eine Frage des Prinzips“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Putin, der 2022 den Überfall auf das Nachbarland befahl, beansprucht die ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson sowie die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim. Die Nachrichtenagentur Bloomberg News hatte berichtet, amerikanische und russische Unterhändler arbeiteten an einem Abkommen, das die russischen Eroberungen festschreiben soll. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses bezeichnete die Bloomberg-Meldung als Spekulation. Ein Sprecher des Kremls reagierte zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.dpa/Reuters/pfi