Was leicht aussieht, ist oft am schwersten. Beim Sprint über 100 Meter etwa liegt die Kunst nicht einfach nur darin, schnell zu laufen. Sondern auch darin, es zum richtigen Zeitpunkt zu tun. Gina Lückenkemper hat das im vergangenen Jahr gemerkt: Da gelang ihr im September mit 10,93 Sekunden die neue Bestzeit, auf die sie sieben Jahre gewartet hatte. Blöd nur: Die Olympischen Spiele waren da gerade vorbei, statt eines ersehnten Finaleinzugs auf der größten Bühne gab es nur warmen Applaus beim Istaf-Meeting in Berlin. Andererseits: Im September topfit zu sein, könnte ihr in diesem Jahr helfen, wenn die Weltmeisterschaft in Tokio ansteht.
Eine Hoffnung, die die 28-Jährige auch bei den deutschen Meisterschaften in Dresden vorbrachte, denn momentan sind die Zeiten noch ausbaufähig: Mit 11,17 Sekunden sicherte sich Lückenkemper zwar den vierten nationalen Titel nacheinander, doch für ein WM-Finale würde das nicht reichen. Auch ihre Saisonbestleistung von 11,05 Sekunden bedeutet nur Rang 53 in der Welt. Allerdings: Bei viel Gegenwind waren die Zeiten in Dresden weniger aussagekräftig. „Das war hier der ernstzunehmende Formcheck für die WM. Es war so ärgerlich, dass alle Läufe mit Gegenwind waren“, sagte Lückenkemper. Sie ist eines der wenigen Aushängeschilder, die der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) noch hat, und es zeigte sich an mehreren Stellen an diesem Wochenende: Bis zum WM-Start am 13. September muss sich im Team noch einiges tun.









