Es war gar nicht so leicht, am Freitagnachmittag von Bayern aus nach Essen zu gelangen. Kübelweise Regen, Stau auf der A3, Stau auf der A42, eine sabotierte Zugverbindung zwischen Düsseldorf und Duisburg: So schafften es einige Hundert Fans aus dem harten Kern des TSV 1860 München gerade noch, gleichzeitig zum Einlauf der Mannschaften unten auf dem Spielfeld auf der Tribüne einzulaufen. Und dann mussten die rund 2500 angereisten Löwen-Unterstützer, die wochenlang auf diesen Tag hingefiebert hatten, auch noch mit ansehen, wie die Münchner Spieler gegen Rot-Weiss Essen noch nach ihren Positionen auf dem Rasen suchten. Was zur Folge hatte, dass nach nur sechs Minuten Essens José-Enrique Rios Alonso das Premierentor der neuen Drittliga-Saison erzielte, weil sich die in den vergangenen Wochen so hochgelobte Abwehr der Sechziger düpieren ließ.
„Ich hatte auch immer das Gefühl, dass wir das 1:1 machen können“, beruhigte Sechzigs Geschäftsführer Christian Werner später im Kabinengang. Seine Aussage hörte sich hernach undramatischer an, als sie tatsächlich war. Dieses Spiel, um es im Duktus des Ruhrgebiets zu sagen, hatte ja ein Riesen-Gedöns ausgelöst: Zwei vermeintliche Spitzenteams treffen zum Auftakt in einem ausverkauften Stadion aufeinander, und dann hielt es auch über weite Strecken, was es versprochen hatte.






