Wer Summer McIntosh verstehen will, ihren Ehrgeiz, ihre Disziplin, diesen uramerikanischen Willen, sich zu messen und die Allerbeste zu sein, der sollte sich ihr Weltmeisterschaftsfinale über 200 Meter Schmetterling noch mal anschauen. McIntosh kam als Erste ins Ziel, sie hatte also ihre dritte Goldmedaille in Singapur abgeräumt. Doch als sie ihre Schwimmbrille abnahm, sich umdrehte und auf die Anzeigetafel blickte, sagte sie einfach nur: „Fuck.“

Jeder laienhafte Lippenleser konnte die Worte entziffern. McIntosh drehte sich dann zur Seite, schwamm zur Begrenzungsleine, sagte noch mal: „Fuck.“ Rollte genervt die Augen. Dann schlug sie die Hände über dem Gesicht zusammen. Familientauglich war das nicht. Eher: purer Ärger.

Schwimmsport

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