Die Münchner Grünen haben einen Ausweg gefunden aus dem Dilemma, in das sie nach ihrem Parteitag Mitte Juli geraten waren: Da hatte die Basis der Parteispitze die Unterstützung verweigert in Sachen Olympia-Bewerbung. Die drohende Zerreißprobe zwischen Befürwortern und Gegnern wurde am Montagabend abgewendet beim Gipfeltreffen der Vorsitzenden von Stadtpartei und Ortsverbänden: Jetzt sollen erst einmal Experten aus Wissenschaft, Sport- und Umweltverbänden darlegen, was Olympische Spiele für München bedeuten, welche Chancen und Risiken es gibt.
„Wir spüren in der Stadt und in der Partei ein großes Bedürfnis nach Information“, sagt Florian Siekmann, der Co-Vorsitzende des Stadtverbandes. Mit den im Herbst geplanten Info-Veranstaltungen wollen die Grünen zu einer fundierten Meinungsbildung der Münchnerinnen und Münchner beitragen, ehe diese am 26. Oktober bei einem Bürgerentscheid abstimmen, ob sich die Stadt erneut als Olympia-Ausrichter bewerben soll.
Damit positionieren sich die Grünen neu: Erst im vorigen Herbst war die Stadtratsfraktion auf die Linie der Olympia-Befürworter eingeschwenkt, unter dem Eindruck der Spiele von Paris. Nun will Siekmann seine Partei auf einem Mittelweg verorten zwischen den „Sorglos-Ja-Sagern“, wie er CSU und SPD bezeichnet, und den „Immer-dagegen-Seienden“, als die er ÖDP und Linke sieht. „Es spricht für die Lebendigkeit unserer Partei, dass wir die Debatte nicht scheuen, sondern sie offen führen“, sagt der Zweite Bürgermeister Dominik Krause. Landtagsvizepräsident Ludwig Hartmann, bekennender Olympia-Kritiker, begrüßt, „dass endlich mal diskutiert wird“, hätte sich das aber viel früher gewünscht.







