Angelina Köhler ist keine Schwimmerin, die ihre Emotionen kühl hinter ihrer Fassade trägt. Die 24-Jährige zeigt sie, lässt sie ungehemmt aus sich heraus – im Erfolg wie in der Niederlage. So wie nach ihrem WM-Sieg vor eineinhalb Jahren in Doha, bei dem allerdings einige der Weltbesten fehlten: Da ließ sie ihren Tränen einfach freien Lauf, schon im Becken, danach, in der Interview-Zone, bei der Siegerehrung. Die unterlegene Zweitplatzierte Claire Curzan aus den USA und die Schwedin Louie Hansson, die Bronze gewann, herzten die völlig fassungslose Köhler auf dem Podium innig.