Als die Hymne erklang, war Anna Elendt wieder ganz bei sich. Sie lächelte, wirkte beseelt. Das hatte ein paar Minuten zuvor noch ganz anders ausgesehen. Die 23-Jährige war über 100 Metern Brust als Erste ins Ziel gekommen, und als ihr Blick zur Anzeigetafel wanderte, schob Elendt die Hand fassungslos vor ihren Mund. Nie und nimmer hätte sie damit gerechnet, in neuer deutscher Rekordzeit von 1:05,19 Minuten als Schnellste anzuschlagen, vor 200-Meter-Brust-Olympiasiegerin Kate Douglass aus den USA und der Chinesin Tang Qianting. Es ist eine der bislang großen Überraschungen bei diesen Schwimm-Weltmeisterschaften in Singapur. „Sprachlos“ sei sie, mehr hatte sie zunächst nicht zu berichten am Mikrofon des Hallensprechers.