Autos verkaufen kostet Geld, jedenfalls in den USA. 600 Millionen Euro habe allein Audi im ersten Halbjahr im Amerika-Geschäft draufgezahlt, weil man die bisher geltende 27,5-Prozent-Zusatzabgabe auf Importe nicht an die Kunden weitergereicht habe. Das sagte Audi-Finanzchef Jürgen Rittersberger am Montag bei der Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen. Wie es nach dem jüngsten Zoll-Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nun weitergeht? Offen. „Wir schauen uns die Vereinbarung im Detail an und dann werden wir entscheiden, wie wir weitermachen“, sagte Rittersberger. Preiserhöhungen in den USA schloss er jedenfalls nicht aus.

Schon von Januar bis Juni lief das Geschäft in Nordamerika bestenfalls schleppend: Die Verkäufe sanken um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und das ist längst nicht das einzige Problem, mit dem sie in Ingolstadt zu kämpfen haben. Auf dem chinesischen Markt, der für Audi fast dreimal so groß ist wie Amerika, fielen die Verkäufe sogar um mehr als zehn Prozent.

Und auch beim Thema E-Mobilität sieht es nur auf den ersten Blick besser aus: So legte der Absatz von Elektroautos bei Audi zwar auf Jahressicht um fast ein Drittel zu, mehr als jeder achte neue Audi fährt damit inzwischen batteriebetrieben. Allerdings stammt dieses Plus fast ausschließlich aus Europa, wo das Beratungsunternehmen PwC branchenweit gerade sogar vor einer „Renaissance“ der E-Mobilität sprach. Was allerdings immer noch wenig ist im Vergleich zum weltweit mit Abstand wichtigsten E-Auto-Markt China: Hier stieg der Absatz sogar um fast 50 Prozent auf zuletzt 3,7 Millionen Stromer. Audi dagegen verkaufte in der Volksrepublik fast ein Viertel weniger E-Autos, nicht einmal 8000 Stück waren es im ersten Halbjahr.