Im Fall Kamilla Nagy, die vor drei Jahren in der geschlossenen Psychiatrie der Isar-Amper-Klinik in München-Haar von einem Mitpatienten getötet wurde, erheben die Grünen im Landtag schwere Vorwürfe gegen die bayerische Staatsregierung. „Anstatt ihrer fachaufsichtlichen Verantwortung nachzukommen“, verweigere sie „jede ernsthafte Aufklärung“ in dem Fall, beklagt Kerstin Celina, sozialpolitische Sprecherin der bayerischen Grünen. Damit untergrabe die Staatsregierung nicht nur das Vertrauen in staatliche Institutionen, sie lasse „auch die Angehörigen des Opfers und die Öffentlichkeit im Stich“.

Der inzwischen wegen Totschlags verurteilte Patient war 30. Mai 2022 in München-Haar eingewiesen worden. Der 32-Jährige hatte seinen Hund stranguliert und gegenüber Polizisten angekündigt, auch einen Menschen töten zu wollen. Die Stimme Gottes habe ihm das befohlen. Trotzdem konnte sich der Mann, der unter paranoider Schizophrenie leidet, nach seiner Einweisung in Haar frei auf der Station bewegen. Zwischen neun und zehn Uhr schlug er mit einer Eisenstange auf die damals 40-jährige Kamilla Nagy ein, erwürgte sie mit ihrer Bluse und verbrannte ihre Leiche zusammen mit einer Matratze, Kleidern und Bettwäsche.