Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat eine Pflegemutter wegen des Verdachts des Totschlags angeklagt. Sie steht im Verdacht, im Dezember des vergangenen Jahres einem 21 Monate alten Mädchen tödliche Verletzungen zugefügt zu haben. Die 32-Jährige befindet sich seit vergangenem Dezember in Untersuchungshaft.

Sollte das Landgericht Bamberg die Anklage zulassen, so müsste sich die Pflegemutter vor der großen Strafkammer als Schwurgericht verantworten. Angaben darüber, wie und unter welchen Umständen das Kind ums Leben gekommen ist, macht die Staatsanwaltschaft in ihrer Erklärung nicht.

Der Fall des toten Mädchens hatte Menschen weit über Grenzen Bambergs bewegt. Das Kind war erst kurz zuvor, im Oktober 2024, vom Jugendamt in Obhut genommen worden. Die leibliche Mutter, alleinerziehend, hatte mit juristischen Mitteln versucht, die gegen ihren Willen vollzogene Inobhutnahme rückgängig zu machen, war damit aber in erster Gerichtsinstanz erfolglos geblieben.

Dieser „Kindesentzug“ sei für sie einer maximalen „Katastrophe“ gleichgekommen, hatte die leibliche Mutter im vergangenen Januar im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung erklärt. Die Inobhutnahme des Kindes hatten die zuständigen Behörden mit einer drohenden Kindeswohlgefährdung begründet.