Der spanische Außenminister José Manuel Albares kam an diesem Montagmorgen mit besonderem Elan zum Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Sein Thema: der Weltfrieden und die besondere Verantwortung der Europäischen Union dafür. Die EU habe genügend Worte über ihre Rolle als Friedensmacht und Vertreterin der Menschenrechte in aller Welt verloren, sagte Albares. Nun müssten den Worten endlich Taten folgen. Er meinte Taten, die sich gegen den Staat Israel richten.

Den in Brüssel versammelten Ministerinnen und Ministern lag ein von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas in Auftrag gegebener, von Juristen verfasster Bericht der EU-Kommission über israelische Menschenrechtsverletzungen beim Kampf gegen die Hamas in Gaza vor. Der Bericht stelle fest, was seit vielen Monaten ganz offensichtlich sei, sagte Albares in einem Anflug von Sarkasmus: die hohe Zahl von zivilen Opfern, die Blockade von Lebensmittellieferungen, Angriffe auf Krankenhäuser und vieles mehr.

Es ist nicht damit zu rechnen, dass den Worten tatsächlich Taten folgen

Albares forderte umgehende Konsequenzen. Die EU solle das Assoziierungsabkommen sofort aussetzen, das seit dem Jahr 2000 als Grundlage für die engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Israel dient. Die EU solle zudem keine Waffen mehr an Israel liefern und einzelne Mitglieder der israelischen Regierung mit Sanktionen belegen.