Wer wissen will, wie wichtig Luisa Geiselsöder für das deutsche Basketball-Nationalteam ist, kann ja zurückspulen. Die ersten zwei Minuten beim 80:67 gegen Großbritannien boten reichlich Anschauungsmaterial. Sie ließ einen Dreier durch die Reuse rauschen, dann versenkte sie einen Korbleger und schließlich einen komplizierten Wurf im Zurückfallen, dazu räumte sie einmal eine Gegnerin mit einem Block ab. Es war das komplette Arsenal, das die gebürtige Ansbacherin da zeigte – am Ende hatte sie wieder einmal 14 Punkte erwirtschaftet, dazu sechs Rebounds und vier Vorlagen.

Zahlen sind das eine im Basketball, aber der Wert einer Spielerin schlägt sich mitunter in anderen Aspekten nieder. Geiselsöder, 25, ist nämlich das, was man in Sportmannschaften gemeinhin als Klebstoff bezeichnet, als „Glue Guy“, und es ist an der Zeit, diesen Begriff auch für Frauen anzuwenden: „Glue Girl“, jene Basketballerin also, die den Laden zusammenhält. Wenn von den bisherigen Auftritten der deutschen Frauen bei dieser EM die Rede ist, geht es oft um Leonie Fiebich, WNBA-Champion und talentierteste Deutsche im Kader. Oder um Frieda Bühner, gerade 21 geworden und schon so abgezockt.

Basketballerin Fiebich im Gespräch