Dass ein Basketballspiel in Europa 40 Minuten dauert, konnte Leonie Fiebich bei dieser EM bereits intensiv spüren. Eine knappe Dreiviertelstunde hin und her rennen, Sprünge und Sprints in alle Richtungen, da braucht es eine ordentliche Hundelunge. Die zweite Vorrundenpartie gegen Spanien (60:79) verbrachte die deutsche Führungskraft komplett auf dem Parkett, die Bank streifte sie trotz „Krämpfen“, wie sie sagte, nur in Auszeiten. Im Basketball sind solche Duracell-Einsätze eine Ausnahme, selbst die Besten bekommen meist kurze Pausen fürs pumpende Herz. Aber was tun, wenn es ohne sie nicht geht?

Auf diese Frage fand sich nun im entscheidenden Gruppenspiel in Hamburg gegen Großbritannien eine Antwort. Es geht dann doch, zumindest im Duell mit Europas nicht ganz so hochklassiger Konkurrenz. Das überzeugende 80:67 (48:32) sicherte den Co-Gastgeberinnen dieses Turniers einen Platz im Viertelfinale gegen Belgien, der gleichzeitig einen Umzug an den Spielort der K.-o.-Runde bedeutet: Ab Dienstag geht es in Piräus weiter um Medaillen – im Gepäck die Erkenntnis, dass Fiebich durchaus mal durchschnaufen darf. Vor allem dann, wenn Luisa Geiselsöder (14 Punkte) weiterhin MVP-Basketball zeigt und Frieda Bühner (17) die Entdeckung der EM bleibt.