„Jeder jüdische Mensch in München kannte ihn“, sagt Miriam Oles, während sie hilft, das Erinnerungszeichen für ihren Urgroßvater Abraham Schindler an der Fassade des Mehrfamilienhauses in der Buttermelcherstraße 14 zu befestigen. Ihre Mutter, seine Enkelin, habe ihr häufig davon erzählt: „In seinem koscheren Laden kauften selbst die Juden vom anderen Ende der Stadt ein.“ 1907 eröffnete Abraham Schindler, Jahrgang 1872, sein Lebensmittelgeschäft in der Buttermelcherstraße, wo er auch lebte. Am 11. Mai 1943 ermordeten ihn die Nazis im Ghetto Theresienstadt.

82 Jahre später gibt die Stadt ihm und acht weiteren Opfern der Shoah „ein Stück weit ihren Platz in München zurück.“ So drückte es am Mittwoch Stadtrat Stefan Jagel (Linke) bei der Gedenkveranstaltung im Jüdischen Gemeindezentrum aus. Nicht nur Abraham Schindler, sondern auch seine Ehefrau Necha Schindler, die gemeinsame Tochter Judith Steinberg, der Schwiegersohn Eli Steinberg sowie die Enkel Issachar Dow Steinberg und Klara Steinberg sind jetzt wieder ein Teil des Lebens in der Buttermelcherstraße 14. Sie alle sind an ihrem einstigen Wohnhaus von nun an mit einer vergoldeten Wandtafel aus Edelstahl verewigt.

Ein Mitarbeiter der Stadt schraubt die Gedenktafel für Klara Steinberg, die Enkelin von Abraham Schindler, in der Buttermelcherstraße fest.