Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und US-Präsident Donald Trump sind unmittelbar vor Beginn des G-7-Gipfels in Kanada zu einem bilateralen Gespräch zusammengekommen. Das Treffen habe etwa 20 Minuten gedauert, hieß es aus der deutschen Delegation. Zu den Inhalten wurde direkt danach nichts bekannt. Merz war zuversichtlich in den Gipfel gegangen und hatte vor seinem Abflug gesagt, dass er trotz aller Differenzen auf ein Signal der Einigkeit hoffe.

Trump und Merz hatten sich vorletzte Woche beim Antrittsbesuch des Kanzlers im Weißen Haus erstmals zu einem längeren Gespräch getroffen. Merz hatte die Begegnung, die trotz aller Differenzen ohne größere Konfrontationen verlief, als Erfolg gewertet. Nächste Woche treffen sich die beiden beim Nato-Gipfel in Den Haag wieder.

In ihrer Haltung zu Russland präsentieren sich Trump und die Europäer gespalten. Während Trump noch vor der ersten Arbeitssitzung den Ausschluss Russlands aus der Gruppe führender Wirtschaftsmächte als „großen Fehler“ bedauerte, drängten die Europäer auf härtere Sanktionen, um die Kriegsmaschinerie von Präsident Wladimir Putin zu stoppen.

Die Äußerungen Trumps zu Russland können von den Europäern nur als Provokation gewertet werden. Putin war 2014 nach der Annexion der ukrainischen Krim aus der damaligen G8 geworfen worden. Seine Rückkehr gilt seitdem für die Europäer als undenkbar - erst recht nach der Invasion in der Ukraine 2022.