Einmal fallen sie dann doch kurz aus der Rolle. Bundeskanzler Friedrich Merz hat den kanadischen Premierminister Mark Carney zu Gast. Während der Pressekonferenz geht es um den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen, um eine Rohstoffpartnerschaft und vor allem den Krieg in der Ukraine. Alles hat mehr oder weniger mit Donald Trump zu tun, mit seinen Launen und Eskapaden.
Deutschland und Kanada sind stark betroffen von Trumps Zolldiktat und sehen sich als Stützen der Ukraine, die auch nach dem jüngsten Treffen in Washington unter dem Wankelmut des US-Präsidenten leidet. Carney ist direkt von einem Solidaritätsbesuch in Kiew nach Berlin gereist. Wie Merz vermeidet er jedes kritische Wort über Trump. Bis eine Frage gestellt wird, mit der er offenbar nicht gerechnet hat.
Merz und Carney bilden ein Schicksalspaar
Ob er sich Sorgen mache über die Stabilität des US-Finanzmarktes wegen der Einflussnahme Trumps auf die Fed, die US-Notenbank, wird Carney gefragt. Schließlich sei er doch selbst früherer Notenbanker. Da muss Carney lachen, auch Merz schmunzelt. Er könne die Antwort auf diesen Teil der Frage gerne übernehmen, bietet der Kanadier dem einst für eine US-Investmentgesellschaft tätigen Gastgeber scherzend an. Carney spricht dann knapp über die Stärke des US-Finanzsystems und die „Anpassungsfähigkeit des Kapitals an unterschiedliche Umstände“. Er sei zuversichtlich, dass das so bleibe, was immer die Ursache der Volatilität sei.







