Kent Nagano hat einen seiner „Ruhetage“, dann sitzt er an seinem Piano. „Wegen der Kopfhörer höre ich gar nichts“, sagt er am Telefon und lacht. Man hat ihn trotzdem erreicht in Hamburg, wo seine Zeit als Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters nun bald zu Ende geht. Nagano, Star-Dirigent, US-Amerikaner, multilingual, bevorzugt fürs Interview seine Muttersprache und begründet das schelmisch auf Deutsch: „Wenn ich Englisch spreche, klinge ich viel intelligenter.“ Es wird ein intensives Gespräch mit dem 73-jährigen. Gerade hat Nagano ein Konzert in Kiew dirigiert, als kultureller Abgesandter Hamburgs, wie er betont.