Wer glaubt, dass Nüchternheit in der Musik nichts zu suchen hätte, der irrt gewaltig. Der Dirigent Christoph von Dohnányi ist dafür das beste Beispiel. Hört man ihn mit Felix Mendelssohns Italienischer Symphonie, er hat sie 1978 mit den gern mit ihm arbeitenden Wiener Philharmonikern aufgenommen, dann wird das überdeutlich. Dohnányis Nüchternheit bedeutet Modernität, nichts ist sentimental, altmodisch, fremd. So könnte das Stück ohne Befremden zu erwecken noch heute musiziert werden. Die Details sind klar zu hören, ohne sich vorzudrängen, Streicher, Holz- und Blechbläser sind klar zu unterscheiden, fügen sich aber bei aller Andersartigkeit zu stimmiger Einheit. Die Metiersicherheit, die Genauigkeit, die Demut vor der Partitur verblüffen.
Dirigent Christoph von Dohnányi ist mit 95 Jahren gestorben.
Der Dirigent Christoph von Dohnányi prägte die Klassikwelt mit seiner Nüchternheit und Modernität. Jetzt ist er gestorben.










