PfadnavigationHomeGeschichteSerie zum WELT.de-Jubiläum2004 – Als New York ein Zeichen der Unbezwingbarkeit setzteVeröffentlicht am 19.06.2025Lesedauer: 4 MinutenDas neue World Trade Center in New York im Jahr 2014Quelle: picture alliance/imageBROKER/TONO BALAGUERDie Zeitreise zum 30. Jubiläum von WELT.de – was bewegte die Menschen in den ersten Jahren unserer Online-Zeitung? Letzte Folge: das Jahr 2004. Eine der schlimmsten Naturkatastrophen der Geschichte. Ein wichtiges Symbol in New York. Und ein US-Student mit einer Innovation, die die Welt veränderte.Vor 30 Jahren ging WELT.de online, und das Jubiläum nehmen wir bei WELTGeschichte zum Anlass, auf die Ereignisse zurückzublicken, welche die ersten zehn Jahre prägten: Was waren in der ersten WELT.de-Dekade jeweils der Lichtblick, der Schock und die Innovation des Jahres? Heute die letzte Folge: das Jahr 2004.Am Vorabend des 1. Mai jenes Jahres herrschte in Europa vielerorts Partystimmung. Es gab TV-Galas, große Feiern und Festakte. Der Grund: die fünfte und bislang größte Erweiterung der EU. Zehn Länder traten der Union bei. Mit den neuen Mitgliedern Estland, Lettland und Litauen; Polen, Malta, der Slowakei, Slowenien, Ungarn, Tschechien und Zypern wuchs der Staatenverbund auf nunmehr 25 Mitgliedstaaten.Bei den Gedenkfeiern zu den 60. Jahrestagen des Warschauer Aufstands und der Landung der Alliierten in der Normandie gab es einen wichtigen Schritt: Erstmals durfte mit Gerhard Schröder ein deutscher Bundeskanzler als Ehrengast teilnehmen.In der spanischen Hauptstadt Madrid zeigte der internationale islamistische Terror am 11. März 2004 erneut seine hässliche Fratze: Bei einer Serie von zehn Bombenexplosionen in vier Zügen starben 193 Menschen, über 2000 wurden verletzt. Der mutmaßliche Drahtzieher und einige seiner Komplizen sprengten sich drei Wochen später in die Luft, um ihrer Festnahme zu entgehen. Die erschütternde Bluttat der Terroristen ereignete sich knapp drei Jahre nach den verheerenden Terrorattacken in New York. Dort wurde nun ein Zeichen des Neuanfangs gesetzt:Lichtblick des Jahres: Grundsteinlegung des Freedom TowerAm 4. Juli 2004, dem amerikanischen Nationalfeiertag, wurde für das Kernstück des neuen World Trade Center Gebäude-Ensembles in New York der Grundstein gelegt. Der Wolkenkratzer sollte erst Freedom Tower heißen, später wurde er in One World Trade Center umbenannt. Nicht zufällig sollte er 1776 Fuß (541 Meter) in die Höhe ragen – die Zahl war eine bewusste Referenz an das Jahr der Unabhängigkeitserklärung 1776.Lesen Sie auchDie Bauarbeiten zogen sich allerdings in die Länge, sie begannen erst zwei Jahre später im Jahr 2006, im November 2014 war der verspiegelte Turm schließlich fertiggestellt. Seither ist er ein Wahrzeichen New Yorks und ein Symbol amerikanischer Unbezwingbarkeit.Schock des Jahres: der Tsunami in AsienAm zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 ereignete sich eine der verheerendsten Naturkatastrophen der Geschichte: Ein unterseeisches Beben der Magnitude 9,1 löste mehrere Tsunamis an den Küsten des Indischen Ozeans aus. Sie gelten mit 230.000 Todesopfern in Indonesien, Sri Lanka, Thailand und Indien als die tödlichsten aller Zeiten. Zehntausende wurden verletzt, etwa 1,7 Millionen Küstenbewohner obdachlos.Viele ausländische Touristen verbrachten zu dieser Zeit ihren Weihnachtsurlaub in der Region, die Strände waren voller Urlauber. Rund 2000 überlebten die Katastrophe nicht, darunter hunderte Deutsche.Innovation des Jahres: Gründung von FacebookWährend seines Studiums an der US-Eliteuniversität Harvard entwickelte Mark Zuckerberg eine interaktive Internet-Plattform, die ursprünglich nur für die Kommunikation von Studenten untereinander vorgesehen war. Doch das war nur der Anfang. Facebook, gegründet am 4. Februar 2004, sollte die ganze Welt verändern. 2011 nutzten bereits 800 Millionen Mitglieder rund um den Globus das soziale Netzwerk, heute hat es knapp drei Milliarden monatlich aktive Nutzer. Features wie der „Daumen hoch“-Like-Button gingen in die Popkultur ein. Zuckerberg wurde damit einer der reichsten Menschen der Welt.Doch ob seine Innovation die Welt zum Besseren verändert hat, ist sehr umstritten. Förderung von Suchtverhalten, mangelnder Datenschutz, massenhafte Verbreitung von Falschinformationen – lang ist die Liste der Gründe, warum Facebook, wie auch weitere seither entstandene soziale Netzwerke, in der Kritik stehen. Mehrfach hat Zuckerberg dies auch juristischen Ärger bereitet. Dem Erfolg tat dies keinen Abbruch; und auch wenn Facebook mittlerweile als „Oldie“ unter den sozialen Netzwerken gilt und junge Nutzer dort seltener anzutreffen sind, ist das weiße „f“ auf blauem Grund noch immer weltweit omnipräsent.Martin Klemrath ist Managing Editor bei WELTGeschichte. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen die Geschichte der USA, Technikgeschichte, Kulturgeschichte und Zeitgeschichte.
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Die Zeitreise zum 30. Jubiläum von WELT.de – was bewegte die Menschen in den ersten Jahren unserer Online-Zeitung? Letzte Folge: das Jahr 2004. Eine der schlimmsten Naturkatastrophen der Geschichte. Ein wichtiges Symbol in New York. Und ein US-Student mit einer Innovation, die die Welt veränderte.






