Er möchte an einem schönen Ort leben, hat Adam seiner Mutter gesagt, als diese ihn nach seinem größten Wunsch fragte. Und auf die Nachfrage, was denn für ihn ein „schöner Ort“ sei, habe er gesagt: „Ein Ort, an dem keine Bomben fallen. An einem schönen Ort sind die Häuser unbeschädigt, und ich gehe zur Schule. Die Kinder lernen, danach spielen sie im Hof, und niemand stirbt.“ Einige wenige Worte aus Kindermund beschreiben das Grauen im Gazastreifen, in dem täglich israelische Bomben und Raketen auch auf die Zivilbevölkerung niedergehen. Am 24. Mai um 14 Uhr schlug eine Bombe in die Wohnung der Familie al-Najjar in Chan Yunis ein; der Fall machte weltweit Schlagzeilen wegen seiner besonderen Tragik.

Der elfjährige Adam war eines von zehn Geschwistern, die zusammen mit Vater Hamdi zu Hause waren, während Mutter Alaa al-Najjar als Kinderärztin im Krankenhaus versuchte, mit kaum noch vorhandenen Mitteln Leid zu lindern – bis plötzlich sieben ihrer eigenen Kinder eingeliefert wurden, andere waren schon an Ort und Stelle tot gewesen. Insgesamt starben neun ihrer zehn Kinder. Nur Adam überlebte, schwer verletzt und verbrannt.

Sein Vater starb an seinen Verletzungen, weil man ihn im Krankenhaus nicht ausreichend behandeln konnte