PfadnavigationHomePanoramaFlugzeug-Katastrophe„Ich sprang auf und rannte“ – Wie der Mann von Platz 11A den Absturz überlebteVeröffentlicht am 17.06.2025Lesedauer: 4 MinutenIn der westindischen Stadt Ahmedabad ist ein Flugzeug von Air India mit 242 Passagieren kurz nach dem Start nahe dem Flughafen abgestürzt. Ahmedabads Polizeichef Gyanender Singh Malik zufolge soll es einen überlebenden Passagier geben.Mehr als 240 Menschen kamen beim Absturz einer Air-India-Maschine ums Leben. Einer jedoch verließ den Ort des Unglücks lebend: Vishwash Kumar Ramesh. Der 40-Jährige erzählt nun, wie er den Crash erlebte.Als Air-India-Flug AI171 am Donnerstag seinem Untergang entgegenflog, saß Vishwash Kumar Ramesh in der ersten Reihe der Economy-Class. Nachdem der Boeing-787 Dreamliner in einem dicht besiedelten Viertel der westindischen Stadt Ahmedabad abgestürzt war, gelang es Ramesh, 40, das Flugzeug zu verlassen. Er war verletzt, aber am Leben. Alle 241 anderen Passagiere kamen ums Leben.Ein Video, das seitdem in den sozialen Medien viral ging, soll ihn zeigen – einen leicht im Gesicht blutenden Mann, der in der Nähe der Absturzstelle schnell geradeaus läuft, umgeben von einer ungläubig dreinschauenden Menge.Ein Sanitäter sagte später der Nachrichtenagentur AP, Vishwash Kumar Ramesh sei aus dem Flugzeug geschleudert worden und dann selbstständig zu einem nahegelegenen Krankenwagen gelaufen, um Hilfe zu holen. Der Arzt Dhaval Gameti, der Ramesh dann behandelte, sagte AP, der Patient sei desorientiert gewesen und habe mehrere Verletzungen am ganzen Körper. Lebensgefahr jedoch habe nicht bestanden.Was sagt der Überlebende selbst?Das Schicksal von Vishwash Kumar Ramesh – laut englischen Medien ist er ein 40 Jahre alter britischer Staatsbürger aus der Stadt Leicester – bewegt Menschen weltweit. Zahlreiche Medienberichte versuchen, sein einzigartig scheinendes Überleben zu rekonstruieren. Auch in den sozialen Medien wurde die Tatsache, dass nur eine einzige Person den Absturz überlebt habe, vielfach kommentiert und wahlweise als unwirklich, bemerkenswert, als göttliches Eingreifen und als Wunder bezeichnet. Lesen Sie auchWas aber sagt der 40-Jährige selbst? „Dreißig Sekunden nach dem Start gab es ein lautes Geräusch“, sagte Ramesh laut der Zeitung „Hindustan Times“ gegenüber lokalen Reportern. „Als der Flug abhob, fühlte es sich innerhalb von fünf bis zehn Sekunden an, als würde er in der Luft hängen bleiben“, erzählte Ramesh laut dem Artikel weiter. Plötzlich hätten die Lichter an Bord der Maschine „zu flackern begonnen – grün und weiß –, dann rammte das Flugzeug ein dort befindliches Gebäude“, erinnert er sich. Und: „Um mich herum lagen Leichen. Ich bekam Angst. Ich sprang auf und rannte los. Überall lagen Flugzeugteile herum.“Auch der britische „Guardian“ zitiert aus dem Artikel der indischen Zeitung. Dort heißt es zum weiteren Ablauf des Geschehens: Der Teil des Flugzeugs, in dem sich Ramesh befand, sei offenbar auf dem Boden gelandet, anstatt auf dem Dach eines Gebäudes aufzuschlagen. „Als ich den Ausgang sah, dachte ich, ich könnte rauskommen. Ich habe es versucht, und es ist mir gelungen. Vielleicht haben es die Leute auf der anderen Seite des Flugzeugs nicht geschafft“, wird der Überlebende weiter zitiert. Laut „Guardian“ fügte er gegenüber den Reportern noch hinzu: „Ich weiß nicht, wie ich überlebt habe. Ich sah Menschen vor meinen Augen sterben – die Stewardessen und zwei Menschen in meiner Nähe. (...) Ich ging aus den Trümmern heraus.“Seine Überlebensgeschichte ist eine bemerkenswerte Randnotiz bei diesem Flugzeugunglück, das bereits jetzt als eine der schlimmsten Katastrophen in der zivilen Luftfahrt seit über einem Jahrzehnt gilt. Auch ein Dutzend weiterer Menschen starb, als das vollgetankte Flugzeug in Gebäude raste und in Flammen aufging. Die Absturzursache ist weiterhin unbekannt.Ein Platz, den Passagiere sonst oft meidenLaut der „Hindustan Times“ sagten auch die indischen Ärzte, dass Ramesh‘ Verletzungen in der Tat nicht lebensbedrohlich waren. Der Patient habe jedoch neben dem Trauma auch mit einem persönlichen Verlust zu kämpfen: Sein Bruder Ajay Kumar Ramesh, 35, war laut der „Daily Mail“ ebenfalls an Bord. Er saß rechts von ihm auf Platz 11J – und überlebte nicht. Laut der britischen Zeitung wohnten beide Brüder schon seit Jahren in Großbritannien.Reporter sprachen in Leicester mit Familienangehörigen, darunter einem weiteren Bruder: Es sei ein „Wunder“, dass wenigstens ein Familienangehöriger einen solchen Absturz überlebt habe, so der 27 Jahre alte Nayan Kumar Ramesh. Seine Brüder seien aus geschäftlichen Gründen in Indien gewesen, die Familie betreibe ein Textilgeschäft, sagte er den Reportern weiter. Fraglich ist nun auch, ob der 40-jährige Überlebende neben seiner bewegenden Schicksalsgeschichte auch wertvolle Hinweise zur Unfallursache geben könnte. Bergungsteams durchsuchen noch immer das Wrack, um unter den Menschen am Boden mögliche Überlebende zu finden. Zudem sind technische Daten wie Sprach- und Datenrekorder von entscheidender Bedeutung, um die letzten Momente des Unglücksfluges zu rekonstruieren.Lesen Sie auchDer glückliche Passagier saß in Reihe 11 am linken Fensterplatz, der ersten Reihe der Economy-Class, direkt hinter einem Notausgang. Auch sein Papier-Ticket scheint den Absturz übrigens überlebt zu haben, ein Foto davon kursiert ebenfalls in den sozialen Medien. Ein Air India 787 Dreamliner bietet in der Regel 256 Passagieren in einer Zwei-Klassen-Konfiguration Platz, davon 18 in der Business-Class und 238 in der Economy-Class.In kleineren Flugzeugen wie der Boeing 737 meiden erfahrene Passagiere diesen Sitzplatz oft, da er meist etwas vom Fenster entfernt ist und somit keine Sicht nach draußen bietet.Für Vishwash Kumar Ramesh jedoch haben gerade dieser Sitz und seine Nähe zum Ausgang möglicherweise dazu beigetragen, sein Leben zu retten.krott mit AP/Bloomberg