PfadnavigationHomePanoramaAbsturz in AhmedabadFlugzeug-Katastrophe in Indien – „Die Polizei fand einen Überlebenden auf Sitz 11A“Veröffentlicht am 13.06.2025Lesedauer: 5 MinutenIn der westindischen Stadt Ahmedabad ist ein Flugzeug von Air India mit 242 Passagieren kurz nach dem Start nahe dem Flughafen abgestürzt. Ahmedabads Polizeichef Gyanender Singh Malik zufolge soll es einen überlebenden Passagier geben.Der Flugzeugabsturz in Indien fordert zahlreiche Opfer. Die Polizei korrigiert die Zahl der Toten an Bord und am Boden auf derzeit 240. Laut der Polizei und der Fluggesellschaft hat ein Passagier den Absturz überlebt.Ein Flugzeug von Air India ist am Donnerstag kurz nach dem Start nahe dem Flughafen der westindischen Stadt Ahmedabad über einem Wohngebiet abgestürzt. Nach Angaben der Polizei über 240 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei hatte die Zahl der Toten zuvor mit über 290 angegeben. Die genaue Zahl würde noch ermittelt, erläuterte Vidhi Chaudhary, eine hochrangige Polizeivertreterin, am Donnerstag. Noch sei unklar, wie viele in dem Gebäude getötet wurden, in das das Flugzeug hineinstürzte. Leichenteile seien doppelt gezählt worden, erläuterte Chaudhary.Ahmedabads Polizeichef Gyanender Singh Malik sagte zudem, ein Passagier habe den Flugzeugabsturz der Air India überlebt. Das berichtete zuerst die Nachrichtenagentur ANI. „Die Polizei fand einen Überlebenden auf Sitz 11A“, sagte Malik. Später bestätigte auch die Airline das Überleben eines Passagiers. Die BBC verbreitete ein Foto des Überlebenden, der demnach einen britischen Pass besitzt und noch seine Bordkarte bei sich trug.Laut der Airline waren insgesamt 242 Passagiere und Crewmitglieder an Bord. Darunter seien 169 Personen mit indischer Staatsangehörigkeit, 53 mit britischer, sieben mit portugiesischer und eine Person mit kanadischer Nationalität. Die indische Nachrichtenagentur ANI berichtete, es handle sich um 230 Passagiere und 12 Crew-Mitglieder.Flugzeug stürzt in Wohnheim für MedizinerDas Flugzeug stürzte nach ersten Erkenntnissen in ein Wohngebäude. Es handelt sich um ein Wohnheim für Mediziner, wie ein Polizist gegenüber Medien vor Ort sagte. Ein von der indischen Behörde für Industriesicherheit auf X veröffentlichtes Foto zeigt, wie das Heck des Flugzeugs waagerecht aus einem Gebäude herausragt. Weitere Fotos zeigen verbrannte Trümmerteile und Löscharbeiten vor dem Gebäude.Lesen Sie auchNach ersten Angaben der Rettungskräfte wurden allein aus dem Gebäude mindestens 30 Tote geborgen. Bislang hätten Rettungskräfte und die Armee 204 Leichen gefunden, hieß es am Nachmittag – sowohl Flugzeuginsassen als auch Menschen, die sich an der Absturzstelle aufgehalten hatten. 41 Verletzte würden behandelt.Das Gebäude liegt südlich des Flughafens in Ahmedabad. Es steht am Rand einer Klinikanlage, auf der unter anderem ein Forschungsinstitut sowie eine medizinische Hochschule stehen. Wie viele Menschen sich zu dem Unfallzeitpunkt im Gebäude befanden, ist unklar.Air-India-Chef: „Tragischer Unfall“Natarajan Chandrasekaran von Air India sprach von einem „tragischen Unfall“. Weshalb das Flugzeug abstürzte, ist noch unbekannt. Es handelte sich um eine Maschine des Typs Boeing 787-8 Dreamliner, eines der modernsten Passagierflugzeuge. Der Flug AI171 sollte von Ahmedabad im indischen Bundesstaat Gujarat nach London-Gatwick fliegen und am Abend in England ankommen. Der Absturz erfolgte kurz nach dem Start. Ein BBC-Reporter berichtete kurz nach dem Absturz von der Unglücksstelle. „Die Lage hier ist sehr schockierend. Alle rennen herum und versuchen, so viele Leben wie möglich zu retten.“ Die Rettungskräfte versuchten immer noch, das Feuer zu löschen. Leichen würden abtransportiert.Ein Video, das in den sozialen Netzwerken zirkuliert, soll den Moment des Absturzes zeigen. Verifiziert sind die Aufnahmen noch nicht. Luftfahrtexperte Heinrich Großbongert, früher Pressesprecher bei Boeing, sprach im Interview mit WELT TV von einem „sehr ungewöhnlichen“ Unfall. „Denn man sieht: Das Flugzeug gewinnt keine Höhe, die Triebwerke laufen, haben aber wenig Leistung. Dass bei einem Flugzeug beide Triebwerke ausfallen, ist eigentlich vollkommen ausgeschlossen“, sagte er. Man müsse abwarten, was die Daten der Flugschreiber zeigten.Auch Experte John McDermid sagte, auf den ersten Blick sei der Ablauf des Absturzes sehr ungewöhnlich. Starts und Landungen seien zwar immer die gefährlichsten Momente eines Flugs, doch die Maschine von Air India sei noch nicht auf eine Höhe von mehr als 200 Meter aufgestiegen, als sie abgestürzt sei. „Piloten können den Start bis zu einem sehr späten Zeitpunkt abbrechen“, sagte McDermid der Nachrichtenagentur AP. Es scheine also, dass das Problem sehr plötzlich kurz vor oder nach dem Abheben aufgetreten und schwerwiegend genug gewesen sei, um es auch mit den bestehenden Sicherungssystemen nicht mehr in den Griff zu bekommen. Luftfahrtexperte John Cox vom Beratungsunternehmen Safety Operating Systems sagte der AP, nach allem, was er gesehen habe, zeigte die Flugzeugnase nach oben und die Maschine stieg nicht weiter auf. Das sei sicherlich einer der Punkte, den man sich bei den Ermittlungen ansehen müsse.Erste Daten des sogenannten ADS-B-Systems, das im Sekundentakt Daten zu Position, Geschwindigkeit und Flughöhe liefert, zeigen laut „Flightradar24“, dass das Flugzeug bis auf 625 Fuß gestiegen war – danach sei es mit einer Geschwindigkeit von 475 Fuß pro Minute gefallen.Die Boeing 787 Dreamliner ist ein zweistrahliges Großraumflugzeug. Laut der Datenbank des Aviation Safety Network war es der erste Absturz einer Maschine dieses Typs überhaupt. Nach Angaben von „Flightradar 24“ war die verunglückte Maschine elf Jahre alt. Das letzte schwere Flugzeugunglück in Indien hatte sich 2010 ereignet. Bei der missglückten Landung einer Air-India-Maschine auf dem Flughafen der südindischen Stadt Mangalore starben damals 158 Menschen, acht Insassen überlebten.Großbritannien schickt nach dem Absturz eigene Ermittler nach Indien. Die Unfalluntersuchung werde einige Zeit brauchen, sagte Premierminister Keir Starmer der Nachrichtenagentur PA zufolge. Die britische Flugunfallbehörde AAIB kündigte an, ein eigenes Team nach Indien zu schicken, um die dortigen Ermittlungen zu unterstützen.Modi: „Tragödie ist herzzerreißend“Deutschlands Außenminister Johann Wadephul teilte auf X mit, seine Gedanken und Gebete seien bei „unseren Freunden in Indien und allen, die derzeit auf ihre Angehörigen hoffen“. Der britische Premierminister Starmer schrieb, die Szenen seien „erschütternd“. Auch der britische König Charles III. ließ sich über die aktuelle Entwicklung informieren.Der indische Regierungschef Narendra Modi zeigte sich tief betroffen. „Die Tragödie in Ahmedabad hat uns fassungslos und traurig gemacht. Sie ist unsagbar herzzerreißend“, schrieb Modi auf X. Er stehe in Kontakt mit Ministern und Behörden. Auch Papst Leo XIV. sprach sein Beileid aus. Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.Reuters/dpa/AP/ll/gub/coh/cvb/saha