Bald reist die kleine Cousine aus Kanada an, die Münchner Verwandtschaft ist schon alarmiert. Denn Tate McRae, Tochter einer deutschen Tanzlehrerin und eines schottischen Anwalts, ist derzeit der aufregendste Musikexport aus Kanada und auf ihrer „Miss Possessive“-Welttour zu den größten Hallen in 50 Städten. Kaum ein Video ohne viel Haut und heiße Autos (wie „It's ok, I'm okay“), das auf Youtube nicht jugendfrei vernebelt wird. Bei „Just keep watching“ (aus dem bald anlaufenden Formel-1-Film mit Brad Pitt) wundert man sich, dass noch kein Sittenwächter eingeschritten ist.

Natürlich fing das alles mal ganz brav an, als das Mädchen Tate Rosner McRae aus Calgary bei einer amerikanischen TV-Tanz-Castingshow „So You Think You Can Dance: The Next Generation“ alle mit ihrer Ballettkunst und Biegsamkeit verblüffte. Ihre Choreografien sind immer noch atemberaubend, ihr schnutiger Gesang und Kooperationen mit Billie Eilish, Tiesto oder Troye Sivan („You“) machen das Pop-Prinzessinnen-Paket komplett. Mit „Greedy“ startete sie Ende 2023 richtig durch und heimst seitdem auf Spotify mächtig viele Klicks ein – nur zwei Jahre sind seitdem bis zu ihrer Welttournee vergangen. Tate McRae legt ein erstaunliches Tempo vor. Als Duettpartnerin des Country-Stars Morgan Wallen landete sie 2025 mit „What I Want“ ihren ersten Nummer-eins-Hit in den US-Singlecharts; an der Spitze in den USA landete auch ihr drittes Album „So Close To What“. Das kam in Deutschland immerhin auf Platz zwei – auch hierzulande kennt man sie längst.