PfadnavigationHomePolitikAuslandZerwürfnis„Der Mann, der seinen Verstand verloren hat?“ – Trump legt gegen Musk nachVeröffentlicht am 06.06.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Freundschaft zwischen US-Präsident Trump und Unternehmer Musk scheint zerbrochen – die beiden liefern sich eine gnadenlose Schlammschlacht. „Ein Narzisst hält es nicht aus, dass er einen anderen Gott neben sich hat“, sagt Psychiater Reinhard Haller.Live kann die Öffentlichkeit verfolgen, wie sich Donald Trump und Elon Musk streiten. Die Schlammschlacht geht unvermindert weiter – per TV-Interviews und auf den Social-Media-Kanälen. Aus Russland spottet der frühere russische Präsident Medwedew über den Streit der beiden.US-Präsident Donald Trump ist angesichts des öffentlichen Zerwürfnisses mit Elon Musk „nicht besonders“ interessiert an einem Gespräch mit dem Tech-Milliardär. Das sagte der Präsident in einem Telefon-Interview des US-Fernsehsenders ABC.Auf die Frage nach Berichten über ein angeblich für Freitag anberaumtes Telefonat mit Musk entgegnete Trump demnach: „Sie meinen den Mann, der seinen Verstand verloren hat?“ Er sei „nicht besonders“ daran interessiert, jetzt mit dem Tesla-Chef zu sprechen. Musk wolle zwar mit ihm reden, behauptete Trump, aber er sei nicht bereit dazu. Zuvor hatte das Magazin „Politico“ (gehört wie WELT zur Axel Springer SE) berichtet, Mitarbeiter des Weißen Hauses hätten für Freitag ein Telefonat mit dem Tesla-Chef angesetzt, um Frieden zu stiften.Gegenüber „Politico“ hatte Trump am Freitag den Streit noch relativiert. „Oh, es ist okay“, sagte Trump in einem kurzen Telefonat mit „Politico“, als er zu der sehr öffentlichen Trennung von seinem ehemaligen Großunterstützer befragt wurde.Lesen Sie auchMusk und Trump liefern sich nach einer monatelangen, ungewöhnlich engen Zusammenarbeit inzwischen eine offene Schlammschlacht. Entzündet hat sich der Streit an einem von Trump vorangetriebenen Steuergesetz, gegen das sich Musk stellt.Trump drohte, Regierungsaufträge für Musks Firmen zu streichenDer Präsident gab am Donnerstag jede Zurückhaltung gegenüber Musks tagelanger Kritik auf und schrieb, Musk sei „verrückt geworden“. Der reichste Mann der Welt verbreitete daraufhin auf seiner Plattform X etliche Posts mit heftigen Angriffen auf Trump, auf die der US-Präsident gleichermaßen schnippisch reagierte. Musk fragte sogar, ob es jetzt an der Zeit wäre, eine neue politische Partei zu gründen.Trump hatte am Donnerstag damit gedroht, Regierungsaufträge für Musks Unternehmen zu streichen, während Musk ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump vorschlug. Musk warf Trump zudem „Undankbarkeit“ vor und erklärte: „Ohne mich hätte Trump die Wahl verloren“.Lesen Sie auchAuslöser der Fehde ist ein Gesetzentwurf, der derzeit im Senat liegt. Er sieht umfassende Steuer- und Ausgabenreformen vor, mit denen große Teile der politischen Agenda Trumps umgesetzt werden sollen. Sie würden allerdings auch die Staatsverschuldung um Billionen Dollar erhöhen. Das Repräsentantenhaus hatte den Gesetzentwurf im vergangenen Monat mit hauchdünner Mehrheit verabschiedet. Nach dem Streit mit Musk erwägt Trump laut Medienberichten, seinen roten Tesla abzustoßen. Trump hatte das Auto im März als Zeichen der Unterstützung für den Tech-Milliardär gekauft. Trump überlege, das Auto zu verkaufen oder zu verschenken, sagten ranghohe Mitarbeiter des Weißen Hauses dem „Wall Street Journal“ und dem Sender CNN.Im Scherz: Medwedew will Starlink-Aktien als BezahlungDas Zerwürfnis zwischen Trump und Musk wird auch in Russland verfolgt und hat dort zu teils spöttischen Kommentaren geführt. Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew bot auf der Plattform X an, den Abschluss eines Friedensabkommens zwischen Trump und Musk „gegen eine angemessene Gebühr“ zu ermöglichen und Starlink-Aktien als Bezahlung zu akzeptieren. Er forderte die beiden zugleich auf, nicht zu streiten.Der Duma-Abgeordnete Dmitri Nowikow sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, dass er zwar nicht davon ausgehe, dass Musk politisches Asyl brauchen werde – Russland ihm das aber „natürlich“ gewähren könnte, falls er es benötige.Kremlsprecher Dmitri Peskow wiederum sagte Tass zufolge, der Streit sei eine interne Angelegenheit der USA. „Wir haben auf keine Weise vor, uns einzumischen, es irgendwie zu kommentieren“, sagte er. Trump werde sich selbst darum kümmern.dpa/Reuters/coh