Die Unternehmen in Deutschland planen keine deutliche Steigerung ihrer Investitionen in den Klimaschutz. Im vergangenen Jahr gaben sie durchschnittlich 9,3 Prozent ihrer Investitionen für Klimaschutzmaßnahmen im eigenen Betrieb aus, wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht. Für 2026 rechnen sie mit einem Anteil von 10,6 Prozent, für 2027 von 10,5 Prozent.„Die Unternehmen planen damit keine nennenswerte Steigerung des Anteils“, sagte Ifo-Forscher Gerome Wolf. „Und das in einem Zeitraum, in dem der Bedarf an klimafreundlichen Investitionen seinen Höhepunkt erreichen dürfte, um die im Pariser Klimaabkommen und die von der Bundesregierung selbst gesetzten nationalen Emissionsziele zu erreichen.“ Warum der Anteil nicht spürbar steigt, lässt sich den Angaben nach aus der Umfrage allein nicht beantworten. „Denkbar wäre, dass Unternehmen vor dem Hintergrund gesunkener Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten sowie gestiegener geopolitischer Risiken andere Prioritäten gesetzt haben“, sagte Wolf.„Ein hoher CO₂-Preis reicht allein nicht aus“Einer aktuellen Ifo-Studie zufolge könnte die Zurückhaltung bei Klimainvestitionen auch auf die hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit zurückzuführen sein. „Ein hoher CO₂-Preis reicht allein nicht aus, um die Nutzung fossiler Energien unattraktiv zu machen und Unternehmen dazu zu bewegen, auf klimafreundliche Alternativen umzusteigen, wenn der Preispfad für Emissionen hochgradig ungewiss ist“, sagte Wolf. Sie bräuchten in erster Linie verlässliche Rahmenbedingungen, um die Energiewende zu vollziehen.Zwischen den Wirtschaftssektoren zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Dienstleister planen für das laufende Jahr den höchsten Anteil an Klimainvestitionen (12,2 Prozent), gefolgt vom Bauhauptgewerbe (10,5 Prozent). Das Verarbeitende Gewerbe kommt auf 8,8 Prozent, der Handel auf 8,5 Prozent. Der Bau ist den Angaben nach der einzige Bereich, der seinen Anteil auch 2027 noch einmal ausweiten will (11,2 Prozent).Die Auswertung basiert auf der Ifo-Konjunkturumfrage vom vergangenen Mai. Abgefragt wurde der Anteil der getätigten und geplanten Investitionen, der auf Klimaschutz im eigenen Unternehmen entfällt. Dazu zählen Investitionen, die den Ausstoß von Treibhausgasen verringern, die Energieeffizienz steigern oder der Erzeugung erneuerbarer Energien dienen.

Eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts zeigt, dass Unternehmen hierzulande in diesem Jahr nur geringfügig mehr in Dekarbonisierung investieren wollen. Warum?

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