Fürstenwalde/Spree (dpa) - Ein Baumstamm bohrt sich durch die Decke einer Küche, Dachziegeln wirbeln durch die Luft, Pappeln krachen um: Ein Tornado hat in einem Wohngebiet in Fürstenwalde/Spree im Osten Brandenburgs große Schäden hinterlassen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte Bürgermeister Matthias Rudolph am Tag danach. Auch im hessischen Wetzlar gab es am Mittwochabend einen Tornado. „Es waren nicht mal Minuten. Das hat alle überrascht“, schilderte der Fürstenwalder Bürgermeister den gewaltigen Sturm. Die Stadt mit rund 34.000 Einwohnern liegt rund 30 Minuten von Berlin entfernt. Auf Videos in den sozialen Medien waren die bedrohlichen Wolkengebilde zu sehen. „Wir haben hier ein Feld der Verwüstung gesehen“, sagte ein Mann, der bei den Aufräumarbeiten mit anpackte. „Ich habe gesehen, wie alles rumflog“, erzählte eine Anwohnerin.Mit Schneeschiebern Dachziegeln aufräumenMit Schneeschiebern und Besen fegten die Bewohner am Tag danach Berge von Dachziegeln vor den Mehrfamilienhäusern zusammen. Motorsägen dröhnten. Dachdecker waren gefragt, um beschädigte Gebäude zu begutachten. Wie groß das ganze Ausmaß der Schäden ist, war zunächst nicht klar. Aufräumen nach dem Tornado. Patrick Pleul/dpaDWD bestätigt Tornado„Bei dem Ereignis in Fürstenwalde handelt es sich unzweifelhaft um einen Tornado“, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Er habe sich am Mittwoch gegen 17. 15 Uhr nicht bei einem Gewitter, sondern an einem eher schwachen Schauer entwickelt, erklärte die Tornado-Expertengruppe. Über die Stärke des Tornados lasse sich noch keine verlässliche Aussage treffen, da noch genauere Untersuchungen abgewartet werden müssten, hieß es. Die DWD-Experten gehen aber von Windgeschwindigkeiten um 150 Kilometer pro Stunde aus. Nach der Sichtung erster Schadensbilder gehen sie mindestens von der „Intensität IF1 nach der Internationalen Fujita-Skala“. Sie dient der Schadensklassifikation für starke Winde. Tornados sind wirbelnde Luftsäulen mit Bodenkontakt, die relativ senkrecht in die Höhe ragen. „Glück im Unglück“Bürgermeister Rudolph sagte, es sei noch recht glimpflich abgelaufen. Er sprach von „Glück im Unglück“. „Wir haben zwar Verletzte, aber es ist niemand zu Tode gekommen.“ Zwei Personen saßen nach seinen Worten in einem Fahrzeug, das von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Sie seien ins Krankenhaus gekommen. Ein Mensch sei zudem durch Glassplitter leicht verletzt worden, sagte Rudolph (Bündnis Fürstenwalder Zukunft).Das Dach eines Kindergartens ist von dem Tornado zerstört worden. Patrick Pleul/dpaDer Tornado traf ein begrenztes Gebiet im Süden der Stadt, die in einem Tal liegt. Zerstörungen soll es vor allem an Mehrfamilienhäusern gegeben haben. Auch das Dach der Kita „Regenbogen“ wurde zerstört, große Teile davon lagen auf der Straße. „Der emotionale Schock bei den Betroffenen ist groß“, sagte Rudolph. Er wohne nur rund zwanzig Meter von den beschädigten Häusern entfernt. Einige Bürger konnten vorerst auch nicht wieder in ihre Wohnungen zurück, wie der Bürgermeister sagte. Er hofft, dass am Montag die Kita nach den Ferien wieder öffnen kann.© dpa-infocom, dpa:260820-930-555323/3

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bäume umgestürzt“. Lesen Sie jetzt „Unwetter-Datenbank: Schäden durch Tornado in Fürstenwalde“.

Fürstenwalde (dpa) - Im brandenburgischen Fürstenwalde/Spree soll es nach Angaben der Europäischen Unwetter-Datenbank einen Tornado gegeben haben. Ein Dach wurde abgedeckt und…