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Pogacar mit Klettershow - Lipowitz hat Podium im Blick

Le Lioran (dpa) - Florian Lipowitz schnappte sich auf der Skistation in Le Lioran die Kühlweste und war am französischen Nationalfeiertag bester Laune. Auch wenn Ausnahmekönner Tadej Pogacar nach einer weiteren Klettershow im Zentralmassiv in anderen Sphären unterwegs war, wittert die deutsche Radsport-Hoffnung bei der Tour de France wieder die Chance auf das große Podium in Paris. „Wir können super happy sein. Wir sind auf gutem Kurs in der zweiten Woche. Die Form passt. Mit Remco (Evenepoel) und mir schaut es Richtung Podium gut aus.“Lipowitz erreichte auf der zehnten Etappe nach 166,6 Kilometern von Aurillac nach Le Lioran 34 Sekunden hinter dem slowenischen Weltmeister das Ziel. In 1240 Metern Höhe rollte er in der ersten Verfolgergruppe als Vierter über die Linie und verbesserte sich nun auf den sechsten Platz der Gesamtwertung. Erstmals war der 25-Jährige sogar auf Augenhöhe mit dem Tour-Zweiten Jonas Vingegaard, dem er im Finale sogar ein paar Sekunden abknöpfte.Vergessen scheint der Zwist mit Co-Kapitän Evenepoel, der sich auf der Tourmalet-Etappe über mangelnde Unterstützung beschwert hatte. Dieses Mal konnte sich Evenepoel sogar bei Lipowitz bedanken, dass er auf den letzten Kilometern ein wenig das Tempo drosselte, als der Doppel-Olympiasieger kurz abgehängt wurde. So konnte der Belgier aufgrund seiner Spurtkraft sogar noch Tageszweiter vor dem Franzosen Paul Seixas werden. Pogacar: „Wollte Gelbe Trikot ehren“Zu der Zeit war Pogacar bereits im Ziel. Der Tour-Champion klopfte sich auf die Brust und reckte den Finger in die Höhe. Pogacar gewann mal wieder im Alleingang und fährt seinem fünften Gesamtsieg unbeirrt entgegen. „Ich habe den Tag genossen. Heute ist der Nationalfeiertag, ich wollte das Gelbe Trikot ehren“, sagte der Weltmeister und ergänzte: „Wir müssen dankbar für die Momente sein. Man weiß nie, wie lange es geht.“Pogacar zeigte wieder seine Extra-Klasse, nach einem explosiven Antritt am vorletzten Anstieg ließ der Ausnahmekönner seine Rivalen stehen. Der 27-Jährige siegte auf der schweren Etappe mit sieben Bergwertungen und rund 3.800 Höhenmetern mit spielerischer Leichtigkeit. „Wenn Pogacar losfährt, haben wir nicht die Beine, um zu folgen. Pogacar war einfach zu stark“, sagte Lipowitz in der ARD. 24. Tour-Etappensieg für PogacarWer soll Pogacar nur stoppen? Am Col de Pertus, einem Berg der ersten Kategorie, attackierte der Tour-Champion 15 Kilometer vor dem Ziel, keiner seiner Rivalen konnte ihm folgen. Kontinuierlich baute er anschließend seinen Vorsprung aus. Für Pogacar war es bereits der dritte Etappensieg bei der Tour 2026 und der insgesamt 24. seiner Karriere. Damit rückt er in der Rekordliste nah an den viertplatzierten André Leducq (Frankreich/25) heran. Die meisten Tour-Etappen hat Ex-Weltmeister Mark Cavendish (Großbritannien/35) gewonnen.Dabei hatte Vingegaard noch gehofft, Pogacar in Le Lioran erneut schlagen zu können. So wie 2024, als er dem Ausnahmekönner eine der wenigen Niederlagen zufügte. Doch dieses Mal zeigte Pogacar keine Schwächen. „Vor zwei Jahren hat mich Jonas geschlagen, da war ich leer im Sprint. Das habe ich mir gemerkt“, berichtete Pogacar.Wird Vingegaard wieder nur Zweiter?Für Vingegaard dürfte es wohl auch in diesem Jahr nur um Platz zwei hinter dem Slowenen gehen, es wäre das vierte Mal nach 2021, 2024 und 2025. Vor der zehnten Etappe hatte der Giro-Champion in einem bemerkenswerten Interview beim dänischen Sender TV2 über seine Rücktrittsgedanken berichtet. „Ich habe letztes Jahr gesagt: Wenn es so weitergehen soll, dann kann ich das nicht mehr machen. Deshalb haben wir auch einige Dinge geändert. Ich glaube, auch das Team hat erkannt, wie die Lage war. Sie haben mir angemerkt, dass ich im letzten Jahr nicht glücklich war“, sagte der 29-Jährige.Sein Visma-Team habe akzeptiert, dass Dinge hätten geändert werden müssen, so Vingegaard. „Und genau das haben wir getan.“ Es sei nicht ideal, jedes Jahr das Gleiche zu machen. Der derzeitige Zweitplatzierte bei der Tour sprach auch die großen Entbehrungen an, die der Radsport mit sich bringt.Am Mittwoch dürfen wieder die Sprinter auf eine Massenankunft hoffen. Über 161,3 Kilometer geht es von Vichy nach Nevers fast ausschließlich über flaches Terrain. Lediglich zwei Bergwertungen der vierten Kategorie warten auf die Fahrer.© dpa-infocom, dpa:260714-930-384498/4

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