Stade/Garbsen (dpa) - Nach den tödlichen Schüssen auf sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade ist die Fassungslosigkeit über das Verbrechen nach wie vor groß. Bei weiteren Gedenkveranstaltungen in Stade und Garbsen gedachten Hunderte Menschen der Opfer. In Stade schlossen sich am Nachmittag nach Polizeiangaben rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einem stillen Trauermarsch an. Im Anschluss gab es ein Konzert, dessen Erlöse an die Jugendhilfeeinrichtung und die Hinterbliebenen gespendet werden sollen, wie die Organisatoren, darunter der Verein Abend fürs Leben, mitteilten. Insgesamt sechs Menschen waren am Montag in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade mit Schüssen getötet worden, mutmaßlich von einem 45-Jährigen im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit um seine kleine Tochter. Neben drei Menschen aus der Einrichtung starben auch drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover. Die Stadt Garbsen und die Region Hannover luden bereits am Vormittag zu einer interreligiösen Gedenkfeier in der Aula eines Schulzentrums ein. Die Andacht solle Menschen ermöglichen, zu trauern, eine Kerze anzuzünden und sich in ein Kondolenzbuch einzutragen, hieß es.Lies spricht bei Trauerfeier in GarbsenNiedersachsens Ministerpräsident erinnerte in einer Rede an die drei Mitarbeiter des Jugendamtes, die sich auf den Weg nach Stade zu dem Gespräch in die Jugendhilfeeinrichtung gemacht hatten, um ihre Aufgabe zu erfüllen – und dann getötet wurden. „Es ist unerträglich, und es schmerzt uns alle“, sagte Lies laut Redemanuskript. „Wir sind im ganzen Land vereint“, sagte der SPD-Politiker. „In unserer Trauer, in unserer Fassungslosigkeit – und auch in der Wut darüber, dass ein solches Verbrechen geschehen kann.“Lies sagte, man denke heute auch an Kollegen der Getöteten – etwa in Einrichtungen der Jugendhilfe, in Jugendämtern und in sozialen Diensten. „Viele von ihnen gehen in diesen Tagen mit einem anderen Gefühl zur Arbeit. Mit großer Verunsicherung? Mit Angst? Viele fragen sich, ob sie sicher sind. Dieser Sorgen müssen wir uns annehmen“, sagte der Ministerpräsident. „Es ist jetzt unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diejenigen, die für andere Menschen da sind, mit dieser Verunsicherung nicht allein gelassen werden.“ Die Stadt Burgdorf in der Region Hannover kündigte unterdessen an, den Zugang zu einem Gebäude der Stadtverwaltung einzuschränken, in dem unter anderem die Abteilungen Jugendhilfe, Schulen sowie Familien und Kinder untergebracht sind. „Die Ereignisse in Stade haben uns alle tief betroffen gemacht“, sagte Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) in einer Mitteilung. „Zugleich nehmen wir sehr ernst, dass das Sicherheitsbedürfnis unserer Mitarbeitenden gestiegen ist.“ Mit einer angepassten Zugangsregelung schaffe die Stadt kurzfristig mehr Kontrolle, ohne den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern einzuschränken, hieß es.© dpa-infocom, dpa:260704-930-334692/3

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