Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Die mögliche Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs stößt in Sachsen-Anhalt auf breite Kritik aus der Wirtschaft. Industrie- und Handelskammern sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe warnen vor zusätzlichen Belastungen für Unternehmen und einem Wegfall vieler Arbeitsplätze. Rentenkommission schlägt Reform vorDie Rentenkommission der Bundesregierung hatte vorgeschlagen, Minijobs künftig regulär in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Ausnahmen soll es nur noch für Schülerinnen und Schüler geben. Ziel ist es, mehr Menschen sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen und die spätere Altersvorsorge zu verbessern.Mehr als 106.000 Minijobber im LandIn Sachsen-Anhalt waren zuletzt 106.189 Menschen geringfügig beschäftigt. Davon übten 66.842 ausschließlich einen Minijob aus, weitere 39.347 gingen ihm neben einer Hauptbeschäftigung nach. Die meisten Minijobber arbeiten im Gastgewerbe, im Handel sowie bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wie Reinigungs- oder Hausmeisterdiensten.IHKs warnen vor Belastungen für BetriebeDie Industrie- und Handelskammern sehen die Pläne kritisch. „Minijobs haben für viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt eine erhebliche praktische Bedeutung“, sagte der Präsident der IHK Halle-Dessau, Sascha Gläßer. Sie seien wichtig, um Arbeitsspitzen aufzufangen, flexible Einsatzzeiten zu ermöglichen und saisonale Schwankungen zu bewältigen. Eine Abschaffung würde nach seiner Einschätzung insbesondere kleinere Betriebe zusätzlich belasten.Auch die IHK Magdeburg warnt vor zusätzlichen Belastungen. „Eine pauschale Abschaffung würde diese Betriebe in einer ohnehin angespannten Fachkräftesituation spürbar finanziell belasten“, erklärte Hauptgeschäftsführer André Rummel. Reformen müssten praxisnah sein und zugleich funktionierende Alternativen für flexible Beschäftigung schaffen.Dehoga befürchtet weniger PersonalDehoga-Präsident Michael Schmidt hält Minijobber gerade in der Gastronomie für unverzichtbar, um Stoßzeiten und kurzfristige Personalengpässe aufzufangen. Fielen Minijobs weg oder würden unattraktiv, könnten Betriebe nach seiner Einschätzung Öffnungszeiten reduzieren oder sogar schließen. „Wir verschärfen ein Arbeitskraftproblem in Deutschland, was bereits existiert“, sagte Schmidt. Er geht davon aus, dass viele Minijobs nicht in reguläre Beschäftigung übergehen würden, sondern wegfallen könnten.© dpa-infocom, dpa:260702-930-319393/1

Minijobs sollten mal den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Heute halten sie Millionen Menschen in schlecht abgesicherter Arbeit. Es ist Zeit, dass sich das ändert.

Die Reformkommission zur Rente will, dass auch geringfügig Beschäftigte künftig in die Rentenkasse einzahlen. An kaum einer ihrer Empfehlungen gibt es so viel Kritik. Zu Recht?

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeitsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Aus für Minijobs? Vorstoß sorgt für Kontroverse in Sachsen“.

Minijobs bieten Vorteile für Beschäftigte und Arbeitgeber, doch der Sonderstatus könnte bald passé sein. Warum Gewerkschaften die Pläne begrüßen, viele Unternehmen sie aber mit…

Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Die mögliche Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs stößt in Sachsen-Anhalt auf breite Kritik aus der Wirtschaft. Industrie- und Handelskammern sowie…

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeitsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Wirtschaft in Sachsen-Anhalt warnt vor Ende der Minijobs“.

Mehr als 106.000 Menschen in Sachsen-Anhalt arbeiten in einem Minijob. Die geplante Reform sorgt bei vielen Unternehmen für große Sorgen – besonders in einer Branche fallen die…

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kommissionsvorschlag“. Lesen Sie jetzt „Wegfall von Minijobs? IHK-Präsident fordert Alternativen“.

Rostocks IHK-Präsident Strupp warnt: Ein Wegfall von Minijobs würde besonders Gastronomie und Handel belasten. Gegebenenfalls müsse es Alternativen geben, sagt er vor einem großen…

Was die Bundesregierung mit den Minijobs vorhat. Wie die »Azubis gegen Rechts« ihre Betriebe verändern wollen. Und wie Alexander Jorias das perfekte Abitur schaffte. Die Texte der…

Rangsdorf (dpa) - Bauernpräsident Joachim Rukwied hat einen möglichen Wegfall von Minijobs in ihrer bisherigen Form als nicht hinnehmbar für die Landwirtschaft kritisiert. „Den…