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Social-Media-Altersgrenze 13? Experten sehen bessere Hebel

Berlin (dpa) - Unabhängig davon, wie die konkreten Einschränkungen für die Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche letztlich sein werden: Ihr Erfolg wird an der Umsetzung gemessen. Aktuelle Daten aus Australien zeigen, dass die Altersverifizierung durch Social-Media-Plattformen stark zu wünschen lassen kann. Auch Deutschland habe weniger ein Erkenntnis- als ein Umsetzungsproblem, meint der Entwicklungspsychologe Sven Lindberg.Ohne praktikable Altersüberprüfung bleibe jede Grenze nur Symbolik, betonte der Leiter der Klinischen Entwicklungspsychologie an der Universität Paderborn. Gerade wenn sich die Debatte auf eine Zahl verenge, drohe die eigentliche Aufgabe aus dem Blick zu geraten: die Gestaltung der Plattformen zu regulieren, die die Risiken erst erzeugen.Familienministerin will die 13 als AltersgrenzeFamilienministerin Karin Prien (CDU) plädiert für eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für die Nutzung sozialer Medien wie TikTok, Instagram oder Snapchat. Jüngere Kinder sollen kindgerechte, risikoarme Angebote nutzen dürfen. Die Altersgrenze soll mit einer Altersüberprüfung verbunden werden.Aktuelle Daten aus Australien weisen allerdings darauf hin, dass die Altersverifizierung durch die Plattformen bisher immens zu wünschen übrig lässt. Die Überprüfungen durch die Unternehmen seien unzureichend und würden von vielen unter 16-Jährigen umgangen, berichtet ein Forschungsteam im Fachjournal „The BMJ“. Einer kleinen Umfrage zufolge schränken die gesetzlich festgelegten Beschränkungen die tatsächliche Nutzung darum bisher kaum ein.Australien hatte Ende 2025 als weltweit erstes Land ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien eingeführt. Die Plattformen sollen gezielt verhindern, dass unter 16-Jährige Konten führen. Von gut 400 befragten australischen Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren gaben drei Monate nach Einführung der Beschränkungen satte 85 Prozent an, weiterhin solche Plattformen zu nutzen, überwiegend über eigene Konten. Ein Drittel berichtete, bisher keine Altersverifizierungsmaßnahmen erlebt zu haben. Üblich waren ansonsten schwache Verfahren wie die Eingabe des Alters und Hochladen eines Selfies. Es hapert also offenbar noch stark an der Umsetzung des Verbots.App-Entwickler: Kontrolle nicht Aufgabe von App-Entwicklern Nach Ansicht von Antigone Davis, Sicherheitschefin des Facebook-Konzerns Meta, sollte es sowieso nicht in der Verantwortung der App-Entwickler wie Meta, sondern der von App-Store-Betreibern wie Apple und Google liegen, Altersverifikation und elterliche Kontrolle sicherzustellen, wie sie dem „Stern“ sagte. Auch die derzeit in der EU diskutierten Ansätze zur Altersverifikation seien leicht zu umgehen, meint Tibor Jager, Professor für IT-Sicherheit und Kryptographie an der Bergischen Universität Wuppertal. Zudem drohten Jugendliche auf andere, noch problematischere Angebote wie Dark-Web-Seiten auszuweichen. Echter Schutz funktioniere anders - Jager zieht dabei einen Vergleich zum Straßenverkehr: „Wir schützen sie nicht, indem wir sie von der Straße fernhalten, sondern indem wir die Straße sicherer machen.“ Prien hatte sich bei ihrem Vorschlag auf eine Empfehlung der von ihr eingesetzten Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ bezogen. Im am Mittwoch vorgestellten Bericht der Kommission geht es allerdings um zwei gleichwertige Alternativen: eine feste Altersgrenze von 13 Jahren mit abgestuften Schutzstandards bis 18 und einen stärker risikobasierten Ansatz, der Beschränkungen ohne einheitliche Altersgrenze an konkrete Dienste und Funktionen bindet.Daten aus Australien weisen darauf hin, dass die Altersverifizierung durch Plattformen immens zu wünschen übrig lässt. (Illustration) Elisa Schu/dpaDort ansetzen, wo tatsächlich Gefährdungen entstehen„Die politische Kommunikation hat sich bereits auf die Zahl 13 festgelegt“, sagte Lindberg. Die Kommission hingegen halte die Grenzen ausdrücklich offen. „Diese Offenheit halte ich fachlich für absolut sinnvoll und angebracht.“ Eine feste Altersgrenze berücksichtige nur das kalendarische, nicht das tatsächliche Entwicklungsalter und behandele sehr unterschiedliche Angebote gleich. „Der risikobasierte Ansatz setzt deutlich stärker dort an, wo Gefährdungen tatsächlich entstehen: bei algorithmischen Empfehlungen, Endlos-Feeds, Autoplay, Push-Nachrichten, offenen Kontaktfunktionen und personalisierter Werbung.“Jager ergänzte: „Minderjährige könnten standardmäßig chronologische Feeds erhalten. Personalisierte Empfehlungen zu sensiblen Themen wie Essstörungen, Selbstverletzung oder Extremismus sollten verboten sein. Außerdem sollten Algorithmen nicht gezielt zu immer extremeren Inhalten weiterleiten.“ Umgehen lernen mit ständigen Reizen und UnterbrechungenFür besonders relevant hält Lindberg die Empfehlung der Kommission, die Selbstregulationsfähigkeit in den ersten Lebensjahren gezielt zu stärken. „Hier liegt ein zentraler Schutzfaktor“, erklärte der Entwicklungspsychologe. „Die Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu steuern und Impulse zu kontrollieren, bildet sich in den ersten Lebensjahren aus und sagt spätere Bildungs- und Gesundheitsverläufe besser vorher als viele andere Frühindikatoren.“ Eine Empfehlung ist, die private Nutzung von Handys im Unterricht und in Pausen bis Klasse sieben zu verbieten. (Illustration) Marijan Murat/dpaHandyfreie Zone: die SchuleEine Empfehlung der Kommission ist, die private Nutzung von Handys für alle Schüler bundesweit im Unterricht und in Pausen bis Klasse sieben zu verbieten. Diese Empfehlung halte er für äußerst wichtig, sagte Lindberg. Gerade in Grundschulen und den unteren Jahrgangsstufen sei es sinnvoll, private digitale Geräte deutlich zu begrenzen. Ab der achten Jahrgangsstufe sei es richtig, Schülerinnen und Schüler wie von der Kommission empfohlen an verbindlichen Nutzungskonzepten zu beteiligen. „Junge Menschen als Mitgestaltende ernst zu nehmen ist wirksamer als nur über sie hinweg zu entscheiden.“Und was ist mit den neuen KI-Welten?Lindberg sieht im Bericht noch einen weiteren ganz zentralen Punkt: „Wenig beachtet, aber aus meiner Sicht zukunftsweisend ist die Empfehlung zu KI-Begleitern, sogenannten AI Companions, für die die Kommission eine Altersgrenze von 13 Jahren als Sofortmaßnahme vorschlägt.“ Solche Systeme seien darauf ausgelegt, emotionale Nähe zu erzeugen - viele Kinder könnten schwer einschätzen, dass es sich nicht um eine echte Beziehung handelt.© dpa-infocom, dpa:260625-930-278303/1

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Anpassung statt Verbote: Social-Media-Altersgrenze 13? Experten sehen bessere Hebel

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Anpassung statt Verbote“. Lesen Sie jetzt „Social-Media-Altersgrenze 13? Experten sehen bessere Hebel“.

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Social-Media-Altersgrenze 13? Experten sehen bessere Hebel - WELT

Familienministerin Karin Prien setzt auf eine Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien. Experten sehen andere Maßnahmen als entscheidend an.

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taz.de15 h fa

Social-Media-Verbot für Kinder: Australien war der Trendsetter

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Experten fordern mehr Schutz für Kinder auf Social Media

Die Expertenkommission der Bundesregierung empfiehlt ein umfangreiches Paket zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz. Familienministerin Prien plädiert für eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren. Von P.…

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Social-Media-Regeln für Kinder und Jugendliche: Unionsfraktion lehnt eine pauschale Altersgrenze ab

Die Koalition ist sich einig, dass es neue Regeln für den Umgang mit TikTok und Co. braucht. Während die SPD eine strikte Altersgrenze befürwortet, präsentiert die Union nun einen anderen Vorschlag.

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Timeline cronologica

  1. lunedì 22 giugno 2026·heise.de

    Social-Media-Verbot für Jugendliche: Lösungen gefordert, die schnell wirken

    Kurz bevor die Bundesregierung Empfehlungen zum digitalen Jugendschutz vorstellt, fordert eine Initiative ein striktes Social-Media-Mindestalter von 16 Jahren.

  2. lunedì 22 giugno 2026·zeit.de

    Mediennutzung: Unionsfraktion für variable Altersgrenze in sozialen Medien

    Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mediennutzung“. Lesen Sie jetzt „Unionsfraktion für variable Altersgrenze in sozialen Medien“.

  3. lunedì 22 giugno 2026·tagesspiegel.de

    Social-Media-Regeln für Kinder und Jugendliche: Unionsfraktion lehnt eine pauschale Altersgrenze ab

    Die Koalition ist sich einig, dass es neue Regeln für den Umgang mit TikTok und Co. braucht. Während die SPD eine strikte Altersgrenze befürwortet, präsentiert die Union nun einen…

  4. lunedì 22 giugno 2026·sueddeutsche.de

    Unionsfraktion für variable Altersgrenze in sozialen Medien

    Berlin (dpa) - Die Unionsfraktion im Bundestag will variable Altersgrenzen für verschiedene Social-Media-Plattformen einführen. „Wir wollen das im Herbst auf den Weg bringen.…

  5. martedì 23 giugno 2026·zeit.de

    Altersbeschränkung für soziale Medien: Ein Social-Media-Verbot schützt Kinder

    Insta oder TikTok schaden der Gesundheit, die Evidenz wird immer klarer. Andere Länder haben schon längst Grenzen gesetzt. Was für ein Mindestalter spricht.

  6. martedì 23 giugno 2026·zeit.de

    Soziale Netzwerke und Kinder: Als würde man Google verbieten, weil das Internet gefährlich ist

    TikTok und Co. sind nichts für Kinder. Daraus ergibt sich aber nicht, dass man es ihnen verbieten sollte. Was gegen eine Altersbeschränkung spricht.

  7. mercoledì 24 giugno 2026·tagesschau.de

    Experten fordern mehr Schutz für Kinder auf Social Media

    Die Expertenkommission der Bundesregierung empfiehlt ein umfangreiches Paket zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz. Familienministerin Prien plädiert für eine…

  8. mercoledì 24 giugno 2026·zeit.de

    Kinder und Jugendliche: Social Media: Prien für 13 als gesetzliche Altersgrenze

    Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kinder und Jugendliche“. Lesen Sie jetzt „Social Media: Prien für 13 als gesetzliche Altersgrenze“.

  9. mercoledì 24 giugno 2026·tagesschau.de

    So schränken andere Länder soziale Medien ein

    Eine Expertenkommission hat heute Empfehlungen zur Nutzung von Social Media von Kindern und Jugendlichen vorgelegt. Da lohnt ein Blick über Deutschlands Grenzen auf andere Länder,…

  10. mercoledì 24 giugno 2026·taz.de

    Ex­per­tenkom­mis­si­on zu Social Media: Altersgrenze bleibt weiter offen

    Ein Social-Media-Verbot bis 13 – oder eine „risikobasierte“ Bewertung von Anbietern? Bildungsministerin Prien (CDU) ist für Altersgrenze 13 Jahre.

  11. mercoledì 24 giugno 2026·tagesspiegel.de

    Priens Kommission legt Ergebnisse vor: Experten sind gegen hartes Social-Media-Verbot für Jugendliche

    Eine Expertenkommission fordert strengere Regeln für Plattformen, aber kein pauschales Social-Media-Verbot für Jugendliche zwischen 13 und 18. Für die Handynutzung in der Schule…

  12. mercoledì 24 giugno 2026·taz.de

    Social-Media-Verbot für Kinder: Australien war der Trendsetter

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  13. mercoledì 24 giugno 2026·sueddeutsche.de

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  16. giovedì 25 giugno 2026·welt.de

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    Familienministerin Karin Prien setzt auf eine Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Medien. Experten sehen andere Maßnahmen als entscheidend an.