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Dialekt und Glasfaserausbau - Bayerns neue Heimatstrategie

Nürnberg/München (dpa/lby) - Bei seiner künftigen Heimatstrategie setzt Bayern vor allem auf die Entwicklung des ländlichen Raums. „Die Entwicklung von Stadt und Land soll ja im Einklang erfolgen, die gleichwertigen Lebens- und Arbeitsverhältnisse in ganz Bayern sind Verfassungsauftrag, sind auch Grundlage unserer Arbeit“, sagte Heimatminister Albert Füracker (CSU). Die Strategie werde mit Blick auf gesellschaftliche Veränderungen wie Digitalisierung und Bevölkerungsstruktur kontinuierlich weiterentwickelt. Füracker nannte zwei Schwerpunkte: „Erstens: Wir werden regionale und kommunale Strukturen sichern und ausbauen. Dazu leisten wir weiter unseren Beitrag. Und zweitens: Den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Miteinander in unserer Heimat maßgeblich stärken.“Infrastruktur und IdentitätIn ganz Bayern, in der Stadt und auf dem Land, lebten und arbeiteten die Menschen gern, sagte Füracker. „Und das soll natürlich auch so bleiben.“ Eine Maßnahme, die dabei helfen soll, sei der Glasfaserausbau: Seit 2014 habe man 2,7 Milliarden Euro „bayerische Steuergelder ausschließlich in den Glasfaserausbau gesteckt“. Hier wolle man auch weiter mit öffentlichen Geldern und Programmen unterstützen. Neben strukturpolitischen Mitteln setze die Heimatstrategie auch auf die „gemeinschaftsbildenden, identitätsstiftenden Maßnahmen“: Darunter fielen etwa Bürgerdialoge und Heimaterlebnistage. Auf eines sei man besonders stolz: die bayerischen Dialekte. „Wir wollen einen Beitrag leisten, die einzigartige Dialektvielfalt in Bayern aufrechtzuerhalten“, sagte Füracker. Das geschehe beispielsweise mit dem Dialektpreis Bayern und einem Dialektquiz. Ein weiterer Fokus solle auf jenen Menschen liegen, „die sich in besonderer Weise um ihre Heimat kümmern und sich engagieren“, sagte Füracker. Diese sollten künftig noch besser und zielgerichteter unterstützt werden. Gemeinsam mit der TH Nürnberg habe man daher ein Forschungshaben gestartet. „Und hier untersuchen wir, wer die Engagierten sind, mit welchen Herausforderungen diese konfrontiert sind und wie wir sie bestmöglich unterstützen können. Wir geben hier fast 500.000 Euro in drei Jahren, um dieses Projekt auch durchführen zu können“, sagte Füracker. Bayerns Heimatstrategie gibt es seit 20142014 wurde die bayerische Heimatstrategie ins Leben gerufen. Oberstes Ziel sind gleichermaßen attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern. Im Zuge der Strategie wurden etwa Behörden aus Ballungszentren in den ländlichen Raum verlagert, das Internet ausgebaut und durch den kommunalen Finanzausgleich Geldmittel auch in Regionen verschoben, die wirtschaftlich ansonsten schwächer dastehen. 2021 wurde die Strategie bereits unter dem Titel „Offensive.Heimat.Bayern 2025“ weiterentwickelt, in der jetzt verkündeten Weiterentwicklung werden die Ziele für die nächsten sieben Jahre fortgeschrieben.Bis 2030 sollen weitere 2.700 Arbeitsplätze verlagert werdenVor einigen Wochen hatte Füracker in einer Regierungserklärung Details zu bisherigen Ergebnissen der Heimatstrategie genannt: So wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 60 Behörden mit mehr als 2.000 Arbeits- und Studienplätzen in ländliche Regionen verlagert. In einer zweiten Stufe sollen bis 2030 weitere 14 Behörden sowie staatliche Einrichtungen folgen, mit noch einmal rund 2.700 Arbeitsplätzen und Studienplätzen für 440 Studierende. Bis Ende 2028 sollen dann sämtliche dieser Projekte abgeschlossen sein - wobei am Ende teilweise sogar etwas mehr Arbeitsplätze verlagert werden als ursprünglich geplant.Das ist sonst noch neu: Satelliten und Newsletter„Das Demokratievertrauen braucht gute Kommunikation“, sagte Füracker. Daher wolle man einen Heimat-Newsletter einführen. Über diesen sollen Maßnahmen und Entscheidungen an Bürger kommuniziert werden.Füracker verkündete außerdem den Start von fünf Kleinstsatelliten, die in den kommenden Wochen von den USA aus mittels Trägerrakete ins All befördert werden. Von dort sollen sie Bilder und Daten aus Bayern liefern, die dann genutzt werden können für die Land- und Forstwirtschaft, Hochwasserprognosen und die Beobachtung von Klimaveränderungen.© dpa-infocom, dpa:260612-930-211150/2

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