Wenn gewählt wird in Deutschland, scheinen die Ergebnisse vorgezeichnet. Die AfD gewinnt hinzu, andere Parteien, vorneweg SPD und CDU, verlieren. Es gibt Ausnahmen, aber die Kommunalwahl in Niedersachsen bestätigt wieder einmal die Regel. Die AfD hat sich verdreifacht, ausgehend von einem für ihre Verhältnisse schwachen Niveau; die SPD verliert örtlich in großem Stil; die CDU ist schwächer, verliert aber nicht ganz so schlimm; die Grünen leiden nur mäßig. Zusammen bringen es die beiden alten „großen“ Parteien aber immerhin noch auf etwa fünfzig Prozent, in manchen Orten weit mehr als das.Andere Länder sind da weiter. In Schweden lebt die Demokratie ungefähr so lange mit dem Rechtspopulismus wie die deutsche; hervorgegangen ist er dort aus einer ursprünglich nazistischen Partei, den Schwedendemokraten, die hierzulande wohl längst verboten worden wäre. Die Ankündigung, sie in eine Regierungskoalition unter den Konservativen aufzunehmen, hat ihr nichts gebracht. Die Konservativen blieben stabil, die Schwedendemokraten verloren, lachende Dritte sind die schwächelnden Sozialdemokraten, deren Linksbündnis sich Hoffnung auf einen Machtwechsel machen darf.Die AfD fürchtet den Pragmatismus des KonkretenAuf kommunaler Ebene ist auch in Deutschland längst eingetreten, was in Ländern wie Schweden, Dänemark, Norwegen, der Schweiz oder Italien längst Alltag ist. An den Rechtspopulisten kommt man nicht mehr vorbei, nicht nur am Wahltag, sondern auch danach. Das gebietet der Pragmatismus des Konkreten, für das die Kommunen stehen. Auffällig ist, dass genau dort – und deshalb? – die Bäume der AfD nicht in den Himmel wachsen. In keinem Ort von Bedeutung kommt die AfD in Niedersachsen auf Prozentanteile, die ihrer überregionalen Stärke entsprechen.Die Parallele zu Schweden: Dort haben die Schwedendemokraten verloren, weil sie partout in die Regierung wollten und nicht mehr nur ungebundener Mehrheitsbeschaffer der Konservativen sein wollten. Den Konservativen, die den Schwedendemokraten Zusagen gemacht hatten, hat das nicht geschadet, wohl aber den Radikalen, die nun nicht mehr die pauschalen Systemkritiker geben konnten. Sie wollten (und sollten) ja mitmachen. Von diesem Punkt im Umgang mit dem neuen politischen Phänomen ist Deutschland auf seinem Sonderweg noch weit entfernt.
AfD im Aufwind: Deutschlands Sonderweg bei Rechtspopulisten
Der Siegeszug der AfD ist ungebrochen. Schweden und andere Länder zeigen, dass es auch anders geht.











