Finnland tritt der ‌von Frankreich angeführten Initiative zur nuklearen Abschreckung (»Forward Nuclear Deterrence Initiative«) bei, wie die Regierungen beider Länder in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten.Frankreich hatte seinen europäischen Verbündeten im März eine engere Kooperation angeboten, um ​die Glaubwürdigkeit des eigenen Atomwaffenarsenals zu stärken. Das Vorhaben sieht gemeinsame ⁠Übungen, ⁠die Option einer kurzfristigen Verlegung atomwaffenfähiger Systeme auf das Gebiet von Verbündeten sowie engere Konsultationen vor. Einen formellen ‌nuklearen Schutzschirm nach US-Vorbild bietet sie ​jedoch nicht.

»Die französische Initiative ersetzt nicht die nukleare Abschreckung der Nato und überlappt sich nicht mit ihr«, betonte der finnische Präsident Alexander Stubb im Onlinedienst X. Sein Land agiere in erster Linie als Teil der Nato und der EU. Finnland habe nicht vor, »in Friedenszeiten Atomwaffen auf seinem Gebiet zu stationieren«, erklärte Stubb. Die Außenminister beider Länder wollten am Montagnachmittag ein Abkommen über eine verstärkte Verteidigungszusammenarbeit unterzeichnen.

Dabei soll die Entscheidungshoheit über die Atomwaffen jedoch ausschließlich in der Hand des französischen Präsidenten bleiben. Von seinen Verbündeten erwartet Frankreich eine größere Unterstützung im konventionellen Bereich, etwa durch Waffen mit großen Reichweiten. Die Frage, ob und wie Frankreich künftig Atomwaffen in den Partnerländern stationieren will, blieb offen.Deutschland will im Rahmen der engeren Zusammenarbeit in diesem Jahr erstmals an einer französischen Nuklearübung teilnehmen. Ein Termin dafür wurde bislang nicht genannt.