PfadnavigationHomePolitikDeutschlandArktis-GipfelDer Kanzler sprach 89 Sekunden. Bevor Fragen gestellt werden konnten, wandte er sich ab und gingStand: 12:14 UhrLesedauer: 2 MinutenKolumnist Hans-Ulrich Jörges analysiert die politischen Folgen der Wahl in Sachsen-Anhalt und die Asymmetrie in der Parteienlandschaft. „Die ostdeutsche blaue Welt ist jung und damit dynamisch, die graue westdeutsche Welt ist langsam stehen geblieben und, was Merz angeht, ohne Hoffnung“, so Jörges.Kanzler Merz hat beim Arktis-Gipfel in Finnland vor der Gefährdung des Friedens in Europa gewarnt. Der CDU-Chef reiste unter wachsendem Druck nach dem Wahldebakel und schwieg zur innenpolitischen Lage in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Gipfelteilnehmer.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenZum Auftakt des europäischen Arktis-Gipfels hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Nato-Verbündeten zum Zusammenhalt gegen wachsende Bedrohungen aufgerufen. „Hier im hohen Norden Europas kann man sehen, wie gefährdet der Frieden in Europa ist“, sagte Merz im finnischen Rovaniemi in der Nähe des Polarkreises, wo er sich mit anderen EU-Staats- und Regierungschefs und EU-Vertretern trifft. „Ich kann nur an uns alle appellieren, diese Gefährdung ernst zu nehmen.“Finnland hat eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland und ist vor allem wegen der Bedrohung aus dem Osten gerade erst der Nato beigetreten. Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um gemeinsam Frieden und Freiheit zu verteidigen, sagte Merz. Er sei nach Finnland gekommen, um genau dieses Zeichen zu setzen.Das Statement des Kanzlers dauerte eine Minute und 29 Sekunden. Bevor Fragen gestellt werden konnten, wandte er sich ab und ging. Andere Gipfelteilnehmer äußerten sich dagegen zur innenpolitischen Lage in Deutschland.Lesen Sie auchFinnlands Ministerpräsident Petteri Orpo und weitere verbündete Regierungschefs stärkten ihm den Rücken. Auf die Frage eines Journalisten, ob Merz trotz der derzeitigen innenpolitischen Krise noch ein verlässlicher Partner sei, antwortete Orpo: „Absolut“. Er fügte hinzu: „Er ist der gleiche Kanzler wie zuvor. Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit und er spielt eine sehr große und sehr wichtige Rolle in der Europäischen Union.“Ähnlich äußerte sich auch Litauens Präsident Gitanas Nauseda. Er mahnte zudem, es müsse mehr getan werden, um den innenpolitischen Herausforderungen zu begegnen. Er lobte die deutsche Außenpolitik im Hinblick auf die Unterstützung für die Ukraine und Deutschlands Rolle innerhalb der Europäischen Union, fügte aber hinzu: „Die Leute wollen mehr.“ Man müsse auch im Hinblick auf die Wirtschaft, Beschäftigung und Wachstum liefern, sonst werde man vom Wähler abgestraft. Lettlands Regierungschef Andris Kulbergs lobte Merz' Rolle bei den Gesprächen um die Bedeutung der Arktis.Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt hat den Druck aus seiner eigenen Partei auf Merz noch einmal deutlich erhöht. Bei den in einer Woche anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin geht es auch um seine politische Zukunft.dpa/jm