Stand: 14.09.2026 • 07:49 Uhr

Schweden hat gewählt - aber noch lange keine Regierung. Sowohl die Sozialdemokraten als stärkste Kraft als auch die Konservativen brauchen Partner. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten büßten überraschend Stimmen ein.

Es ist eines ihrer schlechtesten Ergebnisse seit rund 100 Jahren und trotzdem jubeln Schwedens Sozialdemokraten. Denn schon in den ersten Prognosen zeichnet sich ab: Sie bleiben stärkste Kraft im Parlament und ihr links-grüner Parteienblock führt knapp vor den Parteien des rechten Regierungslagers. Parteichefin Magdalena Andersson macht sich Hoffnungen, nach vier Jahren in der Opposition wieder Regierungschefin zu werden: "Sollte das Endergebnis so aussehen wie es sich andeutet, bekommt Schweden eine neue Regierung", sagte sie am Abend.

Doch wie genau die aussehen könnte, ist noch völlig offen. Die beiden Partei-Blöcke liegen so dicht beieinander, dass die genauen Mehrheitsverhältnisse wohl erst mit dem amtlichen Endergebnis feststehen. Und auch wenn der links-grüne Block knapp vorne liegt, hat Andersson ein Problem. Sie bräuchte die Unterstützung aller anderen drei Parteien aus ihrem Block. Die sozialistische Linkspartei hat im Wahlkampf gesagt: Unsere Unterstützung gibt es nur, wenn wir auch in der Regierung sitzen. Das wiederum lehnt aber die linksliberale Zentrumspartei ab. Könnte es also einen lachenden Dritten geben?