Israel : Minister fordert Entzug der Staatsbürgerschaft für Regisseure14.09.2026, 04:08Lesezeit: 2 Min.Die israelischen Regisseure Rachel Szor (l.) und Yuval Abraham gewannen in Venedig einen Spezialpreis, daheim in Israel stehen sie in der Kritik.EPAEin Film über das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza gewann in Venedig einen Spezialpreis. Ein israelischer Minister droht den Regisseuren nun wegen „Landesverrats“ mit dem Entzug der Staatsbürgerschaft.Wegen Landesverrats will der israelische Kulturminister Miki Zohar den beiden für ihren Dokumentarfilm „NAZA“ in Venedig preisgekrönten Regisseuren Rachel Szor und Yuval Abraham die Staatsbürgerschaft entziehen lassen. „Der vernichtende Selbsthass der Regisseure, die bereit sind, ihrem Heimatland zu schaden, nur um Beifall von Antisemiten auf der ganzen Welt zu ernten, ist unvorstellbar und stellt einen Verrat am Staat dar“, schrieb Zohar am Abend auf der Plattform X.Er werde unverzüglich Maßnahmen ergreifen, „um diesen verabscheuungswürdigen Regisseuren wegen Staatsverrats die israelische Staatsbürgerschaft zu entziehen“. Zohar ist – wie auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu – Mitglied der rechtskonservativen Regierungspartei Likud.Es war zunächst völlig unklar, inwieweit Zohars Drohung umgesetzt werden könnte. Im Februar hatte Israel erstmals zwei verurteilten Straftätern die Staatsbürgerschaft entzogen und ihre Ausweisung beschlossen. Das entsprechende Gesetz bezieht sich auf Attentäter, die finanzielle Unterstützung von der palästinensischen Autonomiebehörde erhalten.Szor und Abraham waren am Samstagabend beim Filmfest in Venedig für ihr Werk über das militärische Vorgehen Israels im Gaza-Krieg mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet worden. Die Dokumentation war in Venedig bei ihrer Premiere mit 25-minütigen stehenden Ovationen gefeiert worden.Israelische Armee weist Vorwürfe zurück„NAZA“ wirft einen Blick auf das mutmaßliche System hinter der Kriegsführung des israelischen Militärs. Abraham interviewt 24 Mitglieder des israelischen Geheimdienstes - ihre Stimmen digital verzerrt, ihre Gesichter im Schatten. Die Soldaten schildern unter anderem, wie Ziele im Gazastreifen ausgewählt werden und welche Zahl ziviler Opfer dabei als akzeptabel gilt.Die israelische Armee hat die Vorwürfe aus dem Film zurückgewiesen. Kritisiert wurde, dass der Film auf anonymen Aussagen von Personen basiere, deren Identität nicht überprüft werden könne. Zu den Vorwürfen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hieß es, Entscheidungen über die Auswahl und Genehmigung von Angriffen würden ausschließlich von menschlichem Personal getroffen und nicht von Künstlicher Intelligenz.Rechtsextremer Minister bezeichnet Regisseure als SchandeDer rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir griff die Regisseure ebenfalls an. Er bezeichnete sie auf der Plattform X als Schande für das gesamte Volk Israel. „Ich bin sicher, eure Freunde, unsere Feinde von der Hamas in Gaza, werden euch mit offenen Armen empfangen!“Am Anfang des Films ist auch der 7. Oktober 2023 Thema, als beim Massaker der islamistischen Hamas rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden. Der beispiellose Überfall der Terrororganisation löste den Gaza-Krieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 73.600 Palästinenser getötet.
Israel: Minister fordert Entzug der Staatsbürgerschaft für Regisseure
Ein Film über das Vorgehen der israelischen Armee in Gaza gewann in Venedig einen Spezialpreis. Ein israelischer Minister droht den Regisseuren nun wegen „Landesverrats“ mit dem Entzug der Staatsbürgerschaft.










