Unzählige Stoßgebete werden pro Spieltag nach oben geschickt. Dieses Mal waren die Angerufenen offenkundig völlig überfordert.
Blöd gelaufen: Gladbachs Chefkritiker Kleindienst verhält sich selbst nicht vorbildhaft
Philipp von Ditfurth/dpa
J e näher der Abpfiff, desto größer die Fan-Bereitschaft, an eine Art übergeordnetes Wesen zu glauben, das spätestens in der allerletzten Minute für einen Geistesblitz beim eigenen Team und damit für den Ausgleich oder den Führungstreffer sorgen wird. Was allerdings meistens doch nicht passiert, was für sich allein betrachtet allerdings auch noch kein Beweis für die Nichtexistenz einer solchen höheren Instanz ist – kann schließlich auch sein, dass sie den Lieblingsverein bloß nicht ausstehen kann.
Oder einfach überfordert ist. Schließlich gibt es weltweit mehr als 300.000 offizielle Fußballvereine, die meist am Wochenende spielen. Rein statistisch müsste eine Fußballgottheit sich also stündlich um rund 12.500 Klubs kümmern. Und selbst wenn mehrere solcher metaphysischen VARs sich den Job teilen würden, könnten sie unmöglich jedes einzelne Stoßgebet bearbeiten, geschweige denn erhören.






