PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNach WahldesasterAfD baut Vorsprung aus, Union weiter abgeschlagen – diese Koalition hätte die besten ChancenStand: 22:24 UhrLesedauer: 4 MinutenAfD im Aufwind: Neuer Höchstwert in der aktuellen SonntagsfrageQuelle: Michael Kappeler/dpaNeun Prozentpunkte liegen AfD und Union in der neuen INSA-Umfrage auseinander. Die AfD kommt auf 29 Prozent, CDU und CSU auf 20 Prozent. Zugleich überholen die Grünen mit 14 Prozent die SPD. Damit verändern sich auch die rechnerischen Koalitionsmöglichkeiten.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDie AfD kann ihren Vorsprung vor der Union in der aktuellen Sonntagsfrage weiter ausbauen. Eine Woche nach dem Wahldesaster der CDU in Sachsen-Anhalt kommt die Partei bundesweit auf 29 Prozent und gewinnt damit einen Prozentpunkt hinzu. Das geht aus dem neuen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts INSA für „Bild“ hervor.Die Union verharrt demnach bei 20 Prozent. Zwischen AfD und CDU/CSU liegen damit neun Prozentpunkte. Auf Platz drei folgen die Grünen mit 14 Prozent, die um einen Prozentpunkt zulegen und damit die SPD überholen. Die Grünen sind nach der Erhebung zugleich die stärkste Kraft im linken Lager.Die SPD kommt unverändert auf 13 Prozent und liegt damit auf Platz vier. Die Linke erreicht ebenfalls ohne Veränderung zehn Prozent.Bei den kleineren Parteien bleibt die FDP bei vier Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert einen Prozentpunkt und kommt auf drei Prozent. Beide Parteien würden damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und den Einzug in den Bundestag verpassen. Auf sonstige Parteien entfallen sieben Prozent, ein Prozentpunkt weniger als in der vorherigen Erhebung.Die Umfragewerte im Überblick:AfD: 29 Prozent (+1 Punkt)CDU/CSU: 20 Prozent (±0 Punkte)Grüne: 14 Prozent (+1 Punkt)SPD: 13 Prozent (±0 Punkte)Linke: 10 Prozent (±0 Punkte)FDP: 4 Prozent (±0 Punkte)BSW: 3 Prozent (-1 Punkt)Sonstige: 7 Prozent (-1 Punkt)Bundesweit gibt es demnach bei den Parteipräferenzen nur wenig Bewegung. Die AfD ist laut einer Umfrage in Ostdeutschland mit großem Abstand stärkste Partei. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die in Teilen rechtsextreme Partei laut dem am Dienstag veröffentlichten „Trendbarometer“ von RTL und ntv im Osten auf 45 Prozent der Stimmen. Die Linke käme auf 15 Prozent und läge damit noch vor der CDU, die nur bei zwölf Prozent landen würde. SPD und Grüne lägen jeweils bei neun Prozent, das BSW bei fünf Prozent.INSA-Chef Hermann Binkert verweist auf die Folgen für mögliche Mehrheiten: „14 Prozent der Wählerstimmen fallen an Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Für parlamentarische Mehrheiten sind über 43 Prozent notwendig.“Unter den derzeit rechnerisch möglichen Bündnissen wäre nach Einschätzung Binkerts eine Kenia-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und SPD die wahrscheinlichste Option. Zusammen kämen die drei Parteien auf 47 Prozent.Ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linken würde dagegen lediglich 37 Prozent erreichen. Für eine schwarz-rote Koalition aus Union und SPD ergäben sich 33 Prozent.Rechnerisch ebenfalls möglich wäre ein Bündnis aus AfD und Union. Beide Parteien kämen zusammen auf 49 Prozent. Politisch ist eine solche Koalition jedoch ausgeschlossen: Die Union hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der AfD gefasst.Lesen Sie auchBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bleibt tief im Umfragekeller. Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland hält Kanzler Friedrich Merz (CDU) nach einer aktuellen Umfrage nicht mehr für den richtigen Mann im Amt. Insgesamt 78 Prozent der Teilnehmer einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Bild“ verneinten die Frage „Ist Friedrich Merz (noch) der richtige Bundeskanzler?“. Nur 14 Prozent beantworteten sie mit Ja. 8 Prozent machten keine Angabe.Angesichts wachsender Kritik vieler Unionspolitiker an Merz (CDU) hat CSU-Chef Markus Söder dessen Sturz durch seine Partei ausgeschlossen. „Von der CSU ​auf keinen Fall“, sagte Söder der „Bild“ auf die Frage, ob es keinen Kanzlersturz geben werde. Auf die Nachfrage, ob er ⁠ausschließe, dass dies aus der CDU komme, sagte Söder: „Für die CDU bin ich nicht zuständig, da bin ich nicht der Vorsitzende. Aber für die CSU kann ich das sagen.“Auf die Frage, ob Merz noch der richtige Mann sei, um eine Regierung zu führen, die Reformen voranbringen wolle, sagte Söder: „Ja, er steht zu den Reformen.“ Auch die Nachfrage, ob Merz noch der ⁠richtige Mann ​sei, bejahte Söder. Natürlich ‌sei es so, dass über Parteien und über Personen geredet werde. „Der Kanzler weiß das“, sagte Söder. Die Union tue aber gut daran, zusammenzustehen „und uns jetzt nicht durch die AfD auseinanderbringen zu lassen“. Nach eineinhalb Jahren gebe es einen schweren Durchhänger, „vielleicht der schwerste, den man sich vorstellen kann, aber kein Grund zum Aufgeben.“Mit Blick auf einen etwaigen Kanzler-Wechsel sagte Söder: „Egal, wer jetzt sofort einrücken würde, wenn man die Alternativen durchspielt, der käme erst einmal ‌mit den gleichen Problemen aus – mit einer SPD, die sich mit ⁠Reformen schwertut.“ceb