Japan diskutiert über Strafen für Freier. Bisher werden nur die Sexarbeiterinnen belangt – und nicht alle wollen, dass sich das ändert.
Die erzkonservative Politikerin zeigt erstaunlich progressive Züge, Japans Premierministerin Sanae Takaichi
REUTERS/Guglielmo Mangiapane
J apans Premierministerin Sanae Takaichi gilt nicht als Feministin. Sie besteht etwa darauf, dass der japanische Kaiser ein Mann sein muss. Zugleich zeigt die erzkonservative Politikerin in manchen Fragen erstaunlich progressive Züge: Dass der Besitz von Kinderpornografie in Japan 2014 strafbar wurde, ist vor allem ihrer Hartnäckigkeit als Abgeordnete zu verdanken. Kaum im Amt, initiierte die frischgebackene Regierungschefin im vergangenen November eine Gesetzesreform, um den Kauf von Sex zu bestrafen. Bisher wurden nur Frauen belangt. Anlass war die Parlamentsdebatte über ein 12-jähriges Mädchen aus Thailand, das illegal in einem „Massagesalon“ in Tokio arbeitete.
Justizminister Hiroshi Hiraguchi ließ daraufhin das Gesetz zur Prävention von Prostitution von Experten prüfen. Ihr vorläufiger Bericht von Ende August fordert eine Regulierung der öffentlichen Freier-Anwerbung, will aber nur das Ansprechen, „erkennbare Herumlaufen“ oder Reagieren auf Angebote bestrafen. Mehr Kriminalisierung könnte den Markt in den Untergrund drängen und die Risiken für Frauen erhöhen. Prostitution zwischen Erwachsenen sollte „aus verfassungsrechtlichen Gründen“ nur vorsichtig reguliert werden.






