Im August hatte die Pleite der niederländischen Accell Group ein historisches Beben am europäischen Fahrradmarkt ausgelöst. Jetzt gibt es neue Hoffnung für die deutschen Tochterunternehmen Haibike, Winora und Ghost. Für die britische Marke Raleigh sieht die Prognose dagegen düster aus.

Nach dem finanziellen Zusammenbruch der niederländischen Muttergesellschaft scheint für die deutschen Tochterunternehmen der Accell Group die Rettung möglich. Für die Marken Haibike, Ghost und Winora läuft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Wie das Branchenmagazin Bike berichtet, informierte die deutsche Führung um Geschäftsführer Joost van Schaik auf einem Händler-Orderfestival in Kassel darüber, dass der Geschäftsbetrieb und die Produktion regulär weiterliefen.

Ein entscheidender Schritt zur Sicherung des operativen Geschäfts gelang demnach durch eine Vereinbarung mit der DZB Bank, welche die Zahlungsabwicklung im Fachhandel absichert und damit das Ausfallrisiko für Händler minimiert. Gegenüber dem Fachportal velobiz.de erklärte van Schaik, das Verfahren beim Amtsgericht Schweinfurt ermögliche es, „den eingeschlagenen Sanierungskurs der deutschen Gesellschaften konsequent und im Interesse unserer Kunden, Partner und Mitarbeiter fortzuführen, während wir den Betrieb in vollem Umfang aufrechterhalten.“ Für die rund 370 Beschäftigten an den Standorten Sennfeld und Waldsassen seien die Löhne und Gehälter durch das Insolvenzgeld bis Ende Oktober 2026 gesichert. Das strategische Ziel des Verfahrens sei die vollständige Herauslösung der deutschen Firmen aus dem insolventen Konzernverbund.