Der Wandel der Bürostadt Niederrad zu einem gewöhnlichen Stadtteil mit einer Mischung aus Wohnungen und Arbeitsplätzen schreitet voran. Die Nassauische Heimstätte hat das ehemalige Siemens-Gelände an der Ecke von Lyoner Straße und Herriotstraße erworben und will dort sieben Mehrfamilienhäuser mit mehr als 600 Wohnungen bauen. In den Gebäuden soll es auch Platz geben für einen Supermarkt sowie für Läden, Büros und Restaurants.Laut einer Mitteilung wurde nun ein Generalunternehmervertrag geschlossen. Eine Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Hochtief und LIM-Bau soll das Neubauprojekt bis 2029 verwirklichen. Lyoner Straße 27 war zuvor die Adresse der alten Siemens-Niederlassung in Niederrad. Das Bürohaus und ein Parkdeck sind bereits abgerissen. Auf den angrenzenden Grundstücken in der Nachbarschaft sind ebenfalls schon Wohnhäuser entstanden.Die Nassauische Heimstätte plant das Projekt nach eigenen Angaben seit vier Jahren. Das Baufeld wird in zwei Blöcke gegliedert. Die Baukörper stehen am Rand und schließen zwei Innenhöfe ein, die intensiv begrünt werden. Dort soll es auch einen Spielplatz geben. Insgesamt sind sieben Gebäude mit sieben bis acht Geschossen geplant: In vier Wohn- und Geschäftshäusern entstehen 571 Mietwohnungen, davon 237 ohne Preisbindung und 280 im geförderten Wohnungsbau. In drei Mehrfamilienhäusern, die zu einem Grünzug orientiert sind, entstehen 107 Eigentumswohnungen. Unter den Gebäuden gibt es eine gemeinsame Tiefgarage mit 294 Stellplätzen.So sollen die Wohnhäuser aussehen.NHW/StilightNeben dem Baugrundstück liegt die Trasse der Straßenbahnlinie 12. Laut der Mitteilung der Heimstätte werden neue Haltestellen für die Straßenbahn und den Bus errichtet. Auf der gegenüberliegenden Seite der Lyoner Straße will die Stadt eine neue Grundschule bauen, die auf dem Gelände der TSG Niederrad entsteht.Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer bezeichnet das Projekt als „ein starkes Zeichen für den Frankfurter Wohnungsmarkt“. Die Nassauische Heimstätte schaffe dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum für verschiedene Zielgruppen, von kleineren Haushalten bis zu großen Familien. „Das Projekt steht für verantwortungsbewusste Stadtentwicklung, die soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt“, teilt Fontaine-Kretschmer mit.Die Heimstätte hat das Grundstück schon 2017 erworben. Dass der Bau erst jetzt beginnt, hängt unter anderem damit zusammen, dass der Mietvertrag mit Siemens noch bis Ende 2023 lief. Das Unternehmen ist inzwischen in den Stadtteil Gateway Gardens am Flughafen umgezogen. Zur Miethöhe und zu den Wohnungspreisen will die Heimstätte noch keine Angaben machen. Von den 280 geförderten Wohnungen sind 146 „klassische“ Sozialwohnungen für eine besonders bedürftige Klientel. 134 Wohnungen entfallen auf den zweiten Förderweg, für den höhere Einkommensgrenzen gelten.
Nassauische Heimstätte baut 614 neue Wohnungen in Frankfurt-Niederrad
Es ist eines der größten Wohnprojekte in der Bürostadt Niederrad: Auf dem Gelände der früheren Siemens-Niederlassung baut die Nassauische Heimstätte 614 Wohnungen.






