Mutmassliche Betrugsaffäre in der Rohstoffbranche: Auch Zurich und Allianz standen mit dem umstrittenen Händler Radiant World im GeschäftDie beiden Versicherer sollen den asiatischen Rohstoffhändler gegen Zahlungsausfälle abgesichert haben, schreibt die «FT». Immer mehr Schweizer Finanz- und Handelshäuser sind von dem Fall betroffen.12.09.2026, 05.29 Uhr2 LeseminutenNun ist auch die Versicherungsbranche betroffen: Der Fall Radiant World zieht immer weitere Kreise.Arnd Wiegmann / ReutersDie Affäre um das asiatische Eisenerzhandelsunternehmen Radiant World weitet sich in Europa immer weiter aus. Der Schweizer Versicherer Zurich sowie die deutsche Allianz sollen Transaktionen mit Bezug zu dem umstrittenen Handelshaus versichert haben.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dabei soll es um sogenannte Warenkreditversicherungen gehen, mit denen sich Radiant gegen den Ausfall von Zahlungen von Handelspartnern absichern wollte. Dies schrieb die Wirtschaftszeitung «Financial Times».Laut dem Bericht soll eine der Policen von Zurich eine Deckungssumme im zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich gehabt haben. Über die Allianz-Tochtergesellschaft Allianz Trade habe sich Radiant ebenfalls gegen Zahlungsausfälle versichert. Die dabei erreichte gesamte Deckungssumme sei jedoch kleiner als bei Zurich, hiess es weiter.Happige VorwürfeUm Radiant World hat es in den vergangenen Wochen grossen Wirbel gegeben. Die Vorwürfe gegen das Unternehmen, einen der bedeutendsten Akteure im Handel mit Eisenerz auf der Welt, sind gravierend. Die Firma mit Büros in Singapur, Dubai und Genf soll bei Transaktionen gefälschte Dokumente und Zahlen verwendet haben. Mehr als ein Dutzend Finanzinstitute, unter ihnen einige in der Schweiz, arbeiteten mit dem umstrittenen Handelshaus zusammen, wie die NZZ Ende August schrieb. Das vom 45-jährigen Inder Pinkesh Nahar gegründete Unternehmen bestreitet derweil die Vorwürfe.Die mutmassliche Betrugsaffäre wirft ein Schlaglicht auf den Handel mit Eisenerz und Stahl, ein Geschäft mit einem jährlichen Marktvolumen von mehreren hundert Milliarden Dollar. Da Rohwaren oft über grosse Strecken transportiert werden müssen, setzen Produzenten und Kunden auf von Banken ausgestellte Garantien. Hinzu kommen Warenkreditversicherungen, die Unternehmen gegen den Zahlungsausfall eines Geschäftspartners absichern. Der Sektor ist zu einer lukrativen Nische im Bereich der Spezialversicherungen geworden.Glencore macht RückstellungInzwischen befassen sich laut Medienberichten Straf- und Ermittlungsbehörden in Singapur und in den USA mit dem Fall. Ferner haben mehrere Banken und Handelshäuser die Geschäfte mit Radiant World ausgesetzt. Darunter ist auch der im Kanton Zug beheimatete Rohstoffriese Glencore, der eine Rückstellung vorgenommen hat. Für die Verhältnisse des Schweizer Konzerns ist diese jedoch nicht wesentlich und liegt somit unter der Grenze von 500 Millionen Dollar für eine Offenlegung.Auf die Geschäftsbeziehung mit Radiant World angesprochen, teilte ein Zurich-Sprecher mit, der Versicherer habe «kein wesentliches Exposure». Eine Sprecherin von Allianz Trade sagte, sie könne bestätigen, dass Allianz Trade kein wesentliches Risiko-Engagement gegenüber Radiant World aufweise. Betrug sei bei den meisten Warenkreditversicherungen standardmässig vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.E-Mail-Anfragen der NZZ hat Radiant nicht beantwortet – auch eine in Bezug auf den Bericht zu den Geschäftsbeziehungen mit Zurich und Allianz. Die letzte Pressemitteilung der Firma stammt vom 31. Juli. Dort steht: Radiant bestreite die von den Medien erhobenen Vorwürfe, erfülle die höchsten rechtlichen Anforderungen und verfüge über ausreichend Kapital und Liquidität.Passend zum Artikel
Zurich und Allianz im Sog der Radiant-World-Affäre
Die beiden Versicherer sollen den asiatischen Rohstoffhändler gegen Zahlungsausfälle abgesichert haben, schreibt die «FT». Immer mehr Schweizer Finanz- und Handelshäuser sind von dem Fall betroffen.






