PfadnavigationHomePolitikAuslandEnergieSaudi-Arabien schließt nach Drohnenangriffen aus dem Irak wichtige Pipeline – Ölpreis steigtStand: 04:37 UhrLesedauer: 3 MinutenTechnische Anlagen stehen auf einem saudi-arabischen Ölfeld, rund 160 Kilometer von Riad entferntQuelle: Ali Haider/EPA/dpaÜber die Ost-West-Pipeline fließen täglich Millionen Liter Rohöl. Saudi-Arabien erklärt sich nach den Drohnenangriffen von irakischem Gebiet aus bereit, „zu diesem Zeitpunkt nicht zu reagieren“. Bagdad kündigt an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenNach Drohnenangriffen hat Saudi-Arabien die wichtige Ost-West-Pipeline vorübergehend geschlossen. Das saudiarabische Außenministerium erklärte am Freitag, die Erdölpipeline sei in den Regionen Riad und Medina mit „mehreren aus dem Irak kommenden Drohnen“ angegriffen worden. Es habe Verletzte und materielle Schäden gegeben. Derzeit laufe ‌ein groß angelegter Einsatz, um die Täter zu fassen.Saudi-Arabien habe sich auf Bitten der irakischen Regierung dafür entschieden, „zu diesem Zeitpunkt nicht zu reagieren“ und die irakischen Bemühungen zu unterstützen, Angriffe aus dem Land auf andere Staaten zu verhindern, erklärte das Ministerium weiter. Saudi-Arabien behalte sich aber das Recht vor, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um „seine Souveränität, seine Sicherheit, seine Einrichtungen“ und seine Bevölkerung zu schützen.Nach Angaben des saudiarabischen Energieministeriums war die Ost-West-Pipeline, die Abkaik nahe dem Persischen Golf mit dem Hafen Janbu am Roten Meer verbindet, am Donnerstagmorgen angegriffen worden. „Die Pipeline wurde vorsorglich geschlossen“, sagte ein Vertreter des Energieministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur SPA.Lesen Sie auchSeit Beginn des Iran-Kriegs hat Riad die Nutzung dieser Pipeline ausgeweitet, um die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran zu umgehen. Der saudiarabische Ölkonzern Saudi Aramco liefert täglich Millionen Liter Rohöl über die Ost-West-Pipeline, die Anlagen des Unternehmens am Persischen Golf mit den Exportterminals am Roten Meer verbindet – etwa vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots.Die irakische Regierung verurteilte am Freitag die Angriffe auf die Pipeline und kündigte Ermittlungen an. Die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten wurde bereits ein Militärkommandeur abgesetzt. Untersuchungen hätten ergeben, dass die jüngsten Drohnenangriffe von irakischem Gebiet ​ausgegangen seien. Der Kommandeur ⁠war der Mitteilung zufolge bislang für ‌Einsätze ⁠in der Provinz ​Maysan ⁠zuständig. Zudem wurde der Grenzübergang Schalamtscheh zum Iran geschlossen.Zusammen verschärften die vorübergehende Stilllegung der Pipeline, die Störungen in der Straße von Hormus und die Kontrolle der Huthi ‌über Perim die Lage ⁠auf dem Weltölmarkt ‌und trieben den ​Ölpreis wieder ⁠auf mehr als ​100 Dollar je Barrel.Bis zu 20 Prozent zum Jahreswechsel – Verivox rechnet mit Gaspreisanstieg für PrivatkundenDer Iran-Krieg hat zu einem starken Anstieg der Preise für Erdöl und Erdgas geführt. Verbraucher bekommen das auch an der Tankstelle zu spüren. Das Vergleichsportal Verivox rechnet inzwischen auch mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Gaspreise für private Haushalte. „Aufgrund der aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, dem geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und dem kommenden Winter erwarten wir einen Anstieg der Gaspreise für Haushalte“, sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck der „Rheinischen Post“ vom Samstag.Die Neukundenpreise für Gas würden die Großhandelspreise besonders schnell abbilden und seien seit Februar um über ein Drittel angestiegen, sagte Storck weiter. „Die Bestandskundentarife reagieren langsamer auf die Preisentwicklungen, werden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.“Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen. Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagte der „Rheinischen Post“, Deutschland sei „besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt“. Zudem seien Deutschland und die EU „nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen“.afp/rtr/saha