Alexander Zverev lächelte verschmitzt nach dem Matchball und ließ sich ausgiebig feiern: Deutschlands Tennisstar ist mit einer abgeklärten Vorstellung ins Finale der US Open eingezogen und hat die Krönung seines Jahres vor Augen. In der Neuauflage des Olympiafinales von 2021 besiegte der amtierende French-Open-Sieger den Russen Karen Chatschanow mit 6:3, 7:6 (9:7), 7:6 (8:6). 13 Sätze hat Zverev nach holprigem Turnierbeginn nun in Folge gewonnen.
»Nach der zweiten Runde saß ich gegen 3 Uhr morgens mit meinem Team in der Kabine, wir haben uns kaputt gelacht darüber, wie schlecht ich gespielt habe. Dieser Humor hat mir am nächsten Tag auf dem Trainingsplatz geholfen«, sagte Zverev danach auf dem Platz. »Ich habe mich offensichtlich verbessert, sonst stünde ich nicht im US-Open-Finale.«Auf den Hamburger wartet jetzt als letzte Hürde im Endspiel am Sonntag ein Lokalmatador, entweder Ben Shelton oder Frances Tiafoe – gegen beide weist Zverev eine überragende Erfolgsbilanz auf, allerdings wird er auch gegen die US-Fans anspielen müssen. »Es wird etwas Besonderes, jeder hier liebt die beiden. Hoffentlich kann ich dafür sorgen, dass der American Dream nicht wahr wird«, erklärte Zverev.
Halbfinals im Zeichen von 9/11Auf den Tag 25 Jahre nach den erschütternden Terroranschlägen auf die USA standen die Halbfinals im Zeichen von 9/11 . Das Datum war auf den Hardcourt im Arthur Ashe Stadium geprägt, Zuschauer weinten bei der Nationalhymne. Dann gehörte der Court in New York den Protagonisten, die sich seit der Juniorenzeit kennen. Chatschanow, nur als Nummer 50 der Welt ins Turnier gestartet, sei ein »harter Arbeiter«, so Zverev: »Wir nennen ihn den Professor, er weiß alles über Tennis, ich habe riesigen Respekt vor ihm.«










