Von Jazz auf der Schloss-Tanzfläche bis zum Kartoffelfest auf der Burg: An diesem Sonntag haucht der Tag des offenen Denkmals historischen Orten in Hessen neues Leben ein. Die Kulturveranstaltung wird bundesweit koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die damit auf die Denkmalpflege in Deutschland aufmerksam macht. Auch in Hessen ist die Programmauswahl groß: allein in Frankfurt nehmen 27 Denkmäler an dem Spektakel teil. Überall öffnen Kirchen, Schlösser, aber auch jüngere Orte wie das Studierendenhaus an der Frankfurter Goethe-Universität. Vielerorts werden Führungen angeboten, anderswo den ganzen Tag gefeiert. Hinter diese Türen kommt man sonst nicht:Frankfurt: Petrihaus und HauptfriedhofUnter anderem gibt es am Alten Portal am Hauptfriedhof in Frankfurt Programm. Bei kostenlosem Eintritt können Besucher an verschiedenen Angebote nutzen, zum Kaffee vorbeikommen oder sich einer Führung über Frankfurts größten Friedhof anschließen, auf dem so manches Grab ein Denkmal für sich ist. Außerdem werden Szenen aus der Theaterproduktion „Mein Name ist Odysseus“ von THEATEReMOTION gezeigt.Auch im historischen Petrihaus im Stadtteil Rödelheim ist volles Programm geboten. Das Gebäude wurde im 18. Jahrhundert im „Schweizerhaus“-Stil erbaut und wechselte mehrmals den Besitzer. Zu diesen zählte auch die Familie Brentano. Nach einer aufwendigen Sanierung befinden sich hier nun Veranstaltungsräume und ein Museum für die Romantikerfamilie. Neben Führungen, einer Honigverkostung, Lesungen und Vorträgen wird es ein Petrihaus-Quiz geben. Vor der Kulisse des historischen Gebäudes gibt es Livemusik, dazu Speisen und Getränke.Höchst: Altes Schloss und historischer ZollgartenIm historischen Zollgarten in der Altstadt des Frankfurter Stadtteils Höchst sind der Garten mitsamt den dort ausgestellten Steinobjekte Teil des Programms. Angekündigt sind eine Verkostung von Pfälzer Weinen und Vorführungen am Spinnrad.Im Alten Höchster Schloss – erbaut im 14. bis 16. Jahrhundert und im Eigentum der Stiftung Denkmalschutz – fällt der Tag des offenen Denkmals mit dem jährlichen Festival „Jazz am Schloss“ zusammen. Von 11 Uhr an können Besucher zuhören und tanzen, zwei Jazz-Ensembles bestreiten das Programm.Darmstadt: Haus der Geschichte / Staatsarchiv und Schloss HeiligenbergAndernorts kommen all jene auf ihre Kosten, die wissen wollen, wie Historisches erhalten wird. Im Haus der Geschichte in Darmstadt zum Beispiel: Das ehemalige Hessische Landestheater beherbergt heute verschiedene Archive, unter anderem das Hessische Staatsarchiv Darmstadt. Dessen Restauratorin gibt am Sonntag eine Führung durch ihre Werkstatt. Im Laufe des Tages können Besucher zudem weitere Archive mit Dokumenten aus fast 1200 Jahren Geschichte erkunden. Dafür öffnet das Staatsarchiv seine sonst verschlossenen Magazine. Es wird auch ein Programm für die Kleinen geboten: Kinder können dort zum Beispiel ihr eigenes Wappen gestalten und selbst buntes Marmorpapier herstellen.Bei vielen Denkmälern wird außerdem ein Programm für Kinder angeboten. Im Schloss Heiligenberg bei Seeheim-Jugenheim (Landkreis Darmstadt-Dieburg) können sie sich ein Detektivspiel abholen und damit die Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner kennenlernen. Im Schlossgarten gibt es zudem eine Märchenlesung.Was gibt es im Rest von Hessen zu entdecken?Wer gern auf kulinarische Erkundungstouren geht, könnte einen Ausflug nach Eppstein im Main-Taunus-Kreis planen. Dort steht ein historisches Gemeindebackhaus, dessen Backofen seit 2025 wieder in Betrieb ist. Dort gibt es am Sonntag frisch gebackenes Brot zu probieren.Im nordhessischen Vöhl öffnet die ehemalige Synagoge ihre Türen. Da an diesem Wochenende auch das jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Schana gefeiert wird, wird dort eine der typischen Speisen zum Fest gereicht: in Honig getauchte Apfelscheiben und dazu das jüdische Hefezopfbrot Challa.Im Museum Mengeringhausen in Bad Arolsen (Kreis Waldeck-Frankenberg) werden Besucher selbst tätig. Es gibt eine Münzstätte, an der eine eigene Münze hergestellt werden kann. Außerdem können sich Interessierte beim Fachwerkbau und im Seilereihandwerk probieren. Das Museum ist in einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1666 untergebracht.Das Kloster Gnadenthal im mittelhessischen Hünfelden öffnet seine Scheunen und Ställe: Kinder können dort die Tiere anschauen, sich auf einer Strohhüpfburg austoben oder das Töpfern ausprobieren. Die Geschichte des Klosters reicht fast 800 Jahre zurück.
Diese geheimen Orte in Hessen öffnen nur selten ihre Türen: Programm zum Tag des offenen Denkmals
Geschichte beleben: In ganz Deutschland können am 13. September historische Orte besucht werden, die sonst eher unentdeckt bleiben. Am Tag des offenen Denkmals ist auch in Hessen viel geboten.












