Für die deutsche Wirtschaft gibt es erste Lichtblicke, doch die Folgen der jahrelangen Krise mit hohen Energie-, Material- und Lohnkosten schlagen sich noch mal kräftig in den Insolvenzanträgen nieder. Trotz Konjunkturerholung ist die Zahl im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen.

Die Amtsgerichte meldeten ​12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen und damit 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte . Eine ‌höhere Zahl gab es in einem ersten Halbjahr zuletzt 2013 mit 13.253 Fällen. Betroffen waren diesmal vor allem Firmen aus den Branchen Verkehr und Lagerei, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Bau.Verbraucherinsolvenzen steigen ebenfallsDie Forderungen der Gläubiger aus den im ersten Halbjahr gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 18,5 Milliarden Euro. Von Januar bis ​Juni 2025 hatte diese Summe mit rund 28,2 Milliarden Euro deutlich höher gelegen. Dieser Rückgang sei darauf zurückzuführen, ⁠dass damals mehr ⁠wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hätten, hieß es.

Unter den Branchen besonders betroffen war laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer aus dem Sommer zuletzt der Verkehrs- und Lagereisektor, aber auch in der Gastronomie und auf dem Bau rutschten demnach viele Unternehmen in die Pleite. Gestiegen sind auch die Verbraucherinsolvenzen. In den ersten sechs Monaten registrierte das Statistische Bundesamt 38.932 Fälle. Das bedeutet einen Anstieg von 2,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.