Nachdem die Anzahl der Insolvenzverfahren im Mai gesunken war, nimmt sie im Juni wieder deutlich zu. Die Amtsgerichte registrierten 2 260 Anträge auf Unternehmensinsolvenzen und damit 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg um 5,1 Prozent auf 6 800 Fälle.Für das erste Halbjahr 2026 ergibt sich damit eine Gesamtzahl von 12 800 beantragten Unternehmensinsolvenzen. Einen höheren Wert für ein erstes Halbjahr hatte es laut Destatis zuletzt im Jahr 2013 gegeben. Zum Vorjahreszeitraum war es eine Steigerung um 6,7 Prozent. Weil Insolvenzanträge erst nach einer ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik eingehen, liegt der tatsächliche Antrag oft rund drei Monate zurück.Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf rund 18,5 Milliarden Euro nach 28,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das bedeutet, dass im laufenden Jahr kleinere Verfahren angemeldet werden. Besonders häufig waren Unternehmensinsolvenzen im Bereich Verkehr und Lagerei. Hier gab es umgerechnet circa 71 Fälle auf 10 000 Betriebe. Auch im Gastgewerbe lagen die Zahlen hoch, hier waren es knapp 60 Fälle auf 10 000 Betriebe gerechnet.