Gut eine Woche vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und der Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin zeichnet sich in beiden Ländern ein enges Rennen um den Wahlsieg ab. In Berlin liegt die Linke nur wenige Prozentpunkte vor der CDU, und in Mecklenburg-Vorpommern hat sich der Vorsprung der AfD zur SPD zuletzt verkleinert.Laut Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen vom Freitag liegt die SPD in Mecklenburg-Vorpommern nur noch drei Prozentpunkte hinter der AfD. CDU und Linke sind neben den beiden großen Parteien stark geschrumpft, und bei BSW und Grünen ist noch offen, ob sie den Sprung in den Landtag in Schwerin schaffen werden.Trotz des Vorsprungs der AfD wünschen sich 61 Prozent der Befragten Manuela Schwesig (SPD) auch weiterhin als Ministerpräsidentin. Nur 28 Prozent hätten lieber den AfD-Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm als Landesvater. Im Vergleich mit der vergangenen Landtagswahl sind Schwesigs Beliebtheitswerte trotzdem deutlich gesunken. Auf einer Skala von minus fünf bis plus fünf wird ihre Arbeit im Schnitt mit 1,7 bewertet. 2021 lag ihre Zustimmung noch bei 2,7 Punkten.Wie bei vielen Landtagswahlen ist auch die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur von landespolitischen Themen geprägt. 41 Prozent der Befragten sagten der Forschungsgruppe Wahlen, ihre Wahlentscheidung hänge hauptsächlich von der Politik im Bund ab. Das mag auch ein Grund dafür sein, dass die AfD in Umfragen stärkste Kraft ist, obwohl ihr die Befragten bei den wichtigen Problemen bei Weitem nicht die größten Kompetenzen für Lösungen zuschreiben.Bei den fünf wichtigsten Themen halten die Befragten durchgängig die SPD für kompetenter. Lediglich beim Thema Flucht und Asyl wird die AfD als fähigste Partei gesehen.In Berlin ist der Vorsprung der Linkspartei hauchdünnWährend wirtschaftliche Sorgen und die Lebenshaltungskosten den Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern dominieren, ist in Berlin mit großem Abstand Wohnen das wichtigste Thema. Fast die Hälfte der Befragten hält den angespannten Wohnungsmarkt für das größte politische Problem der Hauptstadt, gefolgt von Verkehr und Kriminalität.Von der großen Bedeutung der Wohnungspolitik für den Berliner Wahlkampf profitiert mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem die Linkspartei. Ihr trauen die Befragten mit großem Abstand am ehesten zu, in diesem Bereich Probleme zu lösen.Auch in den allgemeinen Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl liegt die Linke in Berlin auf dem ersten Platz. In der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen, für die 1100 Menschen befragt wurden, liegt sie zwei Prozentpunkte vor der CDU.Der Abstand ist allerdings hauchdünn. Über verschiedene Umfragen der vergangenen Wochen hinweg gerechnet, liegen Linke und CDU in etwa gleich auf. Wer die Wahl gewinnen wird, ist also offen. Dahinter folgen AfD und Grüne – auch sie sind etwa gleich stark.Die fragmentierte Parteienlandschaft mit fünf ähnlich starken Kräften wirkt sich auch auf die Präferenzen der Befragten für das Amt des regierenden Bürgermeisters oder der regierenden Bürgermeisterin aus. Bei einer Direktwahl würden sich 25 Prozent der Befragten für Stefan Evers von der CDU entscheiden, 23 Prozent für Elif Eralp von der Linkspartei und neun Prozent für Werner Graf von den Grünen. Auch liegen CDU und Linke fast gleichauf.Wissen Sie, welche Partei in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern oder Berlin zu Ihnen passt? Beantworten Sie im wissenschaftlichen Test der Universitäten Potsdam, Greifswald, Jena, Chemnitz und Darmstadt einige Fragen und lassen Sie es sich ausrechnen unter party-check.org.
Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Umfragen sehen enge Rennen bei Landtagswahlen
In Berlin kann die Linke beim Thema Wohnen punkten, in Mecklenburg-Vorpommern schrumpft der Vorsprung der AfD. Was zeigt der genaue Blick in die Umfragen?













