Die vom Ölpreisschock getriebene Inflation in den ​USA hat sich im August auf hohem Niveau ‌stabilisiert. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 3,4 Prozent zum Vorjahresmonat, nach ebenfalls 3,4 Prozent im Juli, wie das Arbeitsministerium ​am Freitag in Washington mitteilte. Von der Nachrichtenagentur ⁠Reuters ⁠befragte Volkswirte hatten das erwartet. Von Juli auf August zogen die Verbraucherpreise um 0,4 ‌Prozent an. Ökonomen ​hatten auch ‌mit diesem Wert gerechnet.

Die US-Notenbank Federal Reserve, die am Mittwoch wieder über den Leitzins entscheidet, soll für ‌Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen. Sie hat den Leitzins zuletzt in ‌der Spanne von 3,50 ​bis ‌3,75 Prozent belassen. Notenbankchef ‌Kevin Warsh (56) hat ​allerdings einen möglichen Handlungsbedarf bei anhaltend hoher Inflation angedeutet.„Alles in allem steigt damit der Druck auf die Notenbank Fed, ⁠ihren ⁠Leitzins am kommenden Mittwoch erstmals seit Sommer 2023 anzuheben“, sagte Ökonom Elmar Völker von der LBBW. Ein Zinsschritt könne zwar nicht als ausgemachte Sache gelten, aber die heute veröffentlichten ‌Inflationszahlen könnten doch den entscheidenden Ausschlag gegeben ​haben.

Trump drängt auf ZinssenkungenAnalyst Lloyd Chan von der Bank Mitsubishi UFJ sagte, eine anziehende Inflation rechtfertige zwar eine straffere Geldpolitik. „Aber weitere Zinserhöhungen würden auch die Kreditkosten der Regierung in einer Zeit in die Höhe treiben, in der Haushaltsdefizite und die Belastung durch den Schuldendienst ohnehin bereits unter genauer ​Beobachtung stehen.“US-Präsident Donald Trump dringt daher auf Zinssenkungen durch die Fed. Die Erklärung des FOMC („Federal Open Market Committee“) und die Pressekonferenz mit Fed-Chef Warsh werden die Erwartungen für den Rest des Jahres prägen.