United Internet will seine Tochtergesellschaften 1&1 Versatel und Ionos restrukturieren und dafür rund 800 Arbeitsplätze streichen. Das teilten die drei börsennotierten Unternehmen am Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung mit.Betroffen ist die Geschäftskundensparte Versatel der Tochtergesellschaft 1&1. Dort soll fast jede vierte Stelle gestrichen werden, also die Zahl der Vollzeitkräfte von derzeit rund 1350 auf etwa 1000 reduziert werden. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, Führungsstrukturen vereinfachen zu wollen und Hierarchieebenen abzubauen. Gleichzeitig soll die Produktivität gesteigert werden.Der Stellenabbau soll „sozialverträglich und im partnerschaftlichen Dialog mit den Arbeitnehmervertretern“ umgesetzt werden, hieß es in der Mitteilung. Neben bestehenden Altersteilzeitvereinbarungen soll es ein Freiwilligenprogramm geben.Versatel bindet etwa die 1&1 Mobilfunkmasten an Glasfaser an1&1 Versatel ist der Glasfaserspezialist von United Internet und hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf. Das Unternehmen betreut etwa 70.000 Kilometer Glasfasernetz in Deutschland, entstanden ist die Gesellschaft über die Jahre aus rund 40 Stadtnetzgesellschaften. Versatel schließt etwa Geschäftskunden ans Netz, verbindet aber auch die Mobilfunkmasten für den Netzausbau von 1&1 mit Glasfaser und bindet sie an die Rechenzentren zur Verarbeitung der Daten an.Für die Schwestergesellschaft Ionos bindet Versatel auch Rechenzentren mit Glasfaser an. Ionos wiederum ist ein Dienstleister, der sich etwa um Webhosting und Domains sowie Cloud-Computing kümmert. Auch dort setzt Gründer Ralph Dommermuth den Rotstift an. Von 3800 Vollzeitstellen sollen 450 wegfallen. Ionos begründete den Schritt mit einer Ausrichtung auf neue Marktchancen, der Konsolidierung technischer Plattformen und der konsequenten Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI).Die einmaligen Restrukturierungskosten bezifferte das Unternehmen auf etwa 35 Millionen Euro. Ab 2027 erwartet Ionos jährliche Kostensenkungen von bis zu 30 ‌Millionen Euro, die gezielt in die KI-Produktentwicklung und den Ausbau des Cloud-Geschäfts reinvestiert werden. Auch hier setzt die Geschäftsführung auf Freiwilligenprogramme.Für das Restrukturierungsprogramm von Versatel verbucht 1&1 in diesem Jahr einmalige Aufwendungen von ungefähr 60 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2028 sollen die Umbauten abgeschlossen sein, von da an rechnet 1&1 mit einem jährlichen Ergebnisbeitrag von rund 25 Millionen Euro.An der Prognose von 1,45 Milliarden Euro für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) für das Jahr 2026 hält das Unternehmen fest. Auch der Umsatz soll dadurch nicht beeinflusst werden. Der Aktienkurs von United Internet lag am Freitag knapp 1,7 Prozent im Minus, das Papier von 1&1 hingegen fast drei Prozent im Plus, auch Ionos notierte leicht positiv.